Lernt ein deutsches Grundschulkind besser in einer Klasse mit vielen deutschsprachigen Schülern?

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**Ja – im Durchschnitt lernt ein deutschsprachiges Grundschulkind fachlich eher besser in einer Klasse, in der die Unterrichtssprache von den meisten Kindern gut verstanden wird. Entscheidend ist aber nicht die Herkunft der Kinder, sondern ob viele Mitschüler dem Unterricht auf Deutsch kaum folgen können und dadurch das Lerntempo sinkt.** ([ifo.de](https://www.ifo.de/pressemitteilung/2024-01-10/niveau-der-klasse-leistungen-von-zuwandererkindern)) ## Was daran oft falsch verstanden wird Die Frage ist nicht „deutschsprachige Kinder gegen nicht deutschsprachige Kinder“. Das wäre zu grob und sachlich schief. Relevant ist, wie hoch der Anteil von Kindern mit sehr schwachen Deutschkenntnissen **und** allgemeinen Lernrückständen ist, weil beides den Unterricht in der Grundschule direkt beeinflusst. ([dipf.de](https://www.dipf.de/de/forschung/pdf-forschung/steubis/wiko-studie-abschlussbericht/%40%40download/file/WiKo-Studie_Abschlussbericht.pdf)) Studien deuten darauf hin, dass vor allem ein hoher Anteil leistungsschwacher Mitschüler die Lernleistungen in einer Klasse drückt. Das betrifft nicht einfach „Migration“, sondern das Leistungs- und Sprachniveau in der Lerngruppe. Das ifo-Institut fasst dazu Forschung so zusammen: Für einheimische Schüler ist die durchschnittliche Testleistung der Klasse besonders wichtig; für Kinder mit Migrationshintergrund wirkt ein hoher Anteil sehr leistungsschwacher Mitschüler besonders negativ. ([ifo.de](https://www.ifo.de/pressemitteilung/2024-01-10/niveau-der-klasse-leistungen-von-zuwandererkindern)) ## Was das konkret für ein deutsches Grundschulkind bedeutet Wenn viele Kinder Anweisungen, Texte und Erklärungen auf Deutsch kaum verstehen, muss die Lehrkraft mehr Zeit für Sprachklärung, Wiederholungen und Klassenführung aufwenden. Die praktische Folge ist meist: weniger Stofftiefe, langsameres Tempo, weniger individuelle Förderung für alle. Diese Belastung durch sprachliche Heterogenität wird auch in aktuellen Schulstudien als zentrales Problem beschrieben. ([dipf.de](https://www.dipf.de/de/forschung/pdf-forschung/steubis/wiko-studie-abschlussbericht/%40%40download/file/WiKo-Studie_Abschlussbericht.pdf)) Das heißt aber nicht, dass eine sprachlich gemischte Klasse automatisch schlechter ist. Eine gut geführte Klasse mit wirksamer Sprachförderung, klaren Routinen und ausreichender personeller Unterstützung kann sehr gut funktionieren. Problematisch wird es vor allem dann, wenn viele Kinder gleichzeitig große Sprachdefizite haben und die Schule dafür zu wenig Förderung bereitstellt. Diese frühe Sprachförderung wird auch vom Sachverständigenrat als entscheidend für faire Startchancen vor der Grundschule betont. ([dipf.de](https://www.dipf.de/de/forschung/pdf-forschung/steubis/wiko-studie-abschlussbericht/%40%40download/file/WiKo-Studie_Abschlussbericht.pdf)) ## Der entscheidende Unterschied Eine Klasse mit vielen mehrsprachigen Kindern ist **nicht** automatisch eine schlechte Lernumgebung. Eine Klasse, in der viele Kinder die Unterrichtssprache kaum verstehen und deshalb der gemeinsame Unterricht stockt, ist für die Lernleistung im Schnitt ungünstiger. Das ist der wichtige Unterschied – und genau der wird in der öffentlichen Debatte oft verwechselt.

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