Was ist das Berliner Modell?

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Das Berliner Modell ist ein Konzept zur Eingewöhnung von Kindern in Kindertagesstätten und Kindergärten. Es wurde in den 1980er Jahren von dem Psychologen Hans-Joachim Laewen und seinen Kollegen am Institut für angewandte Sozialisationsorschung/Frühe Kindheit e.V. in Berlin entwickelt. Das Modell betont die Bedeutung einer behutsamen und schrittweisen Eingewöhnung, um den Übergang für das Kind so stressfrei wie möglich zu gestalten. Die Eingewöhnung nach dem Berliner Modell erfolgt in mehreren Phasen: 1. **Grundphase (3 Tage)**: Ein Elternteil begleitet das Kind in die Einrichtung und bleibt für etwa eine Stunde mit ihm dort. Das Kind kann die neue Umgebung erkunden, während der Elternteil als sichere Basis dient. Die Erzieherin oder der Erzieher nimmt zunächst eine beobachtende Rolle ein. 2. **Erste Trennung (4. Tag)**: Der Elternteil verlässt den Raum für eine kurze Zeit (ca. 30 Minuten). Die Reaktion des Kindes wird genau beobachtet. Wenn das Kind die Trennung gut verkraftet, kann die Trennungszeit schrittweise verlängert werden. 3. **Stabilisierungsphase**: Die Trennungszeiten werden weiter ausgedehnt, und die Erzieherin oder der Erzieher übernimmt zunehmend die Betreuung des Kindes. Der Elternteil bleibt in der Nähe und ist bei Bedarf schnell erreichbar. 4. **Schlussphase**: Das Kind bleibt nun für längere Zeiträume in der Einrichtung, und der Elternteil ist nicht mehr ständig anwesend. Die Eingewöhnung gilt als abgeschlossen, wenn das Kind die Erzieherin oder den Erzieher als Bezugsperson akzeptiert und sich in der neuen Umgebung wohlfühlt. Das Berliner Modell betont die individuelle Anpassung an die Bedürfnisse des Kindes und die enge Zusammenarbeit zwischen Eltern und Erziehern. Es soll sicherstellen, dass das Kind eine sichere Bindung zu den Betreuungspersonen aufbauen kann und sich in der neuen Umgebung gut einlebt.

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