Kernspaltung und Kernfusion sind zwei verschiedene nukleare Prozesse, bei denen Energie freigesetzt wird, aber sie funktionieren auf unterschiedliche Weise: 1. **Kernspaltung**: - **Prozess**: Bei der Kernspaltung wird ein schwerer Atomkern (z.B. Uran-235 oder Plutonium-239) in zwei oder mehr leichtere Kerne gespalten. - **Energiequelle**: Die Spaltung wird oft durch den Beschuss des Kerns mit Neutronen ausgelöst. - **Energieausbeute**: Es wird eine große Menge Energie freigesetzt, hauptsächlich in Form von kinetischer Energie der Spaltprodukte und Neutronen. - **Anwendung**: Kernspaltung wird in Kernkraftwerken und Atombomben verwendet. - **Beispiel**: Ein typisches Beispiel ist die Spaltung von Uran-235, die in Kernreaktoren zur Stromerzeugung genutzt wird. 2. **Kernfusion**: - **Prozess**: Bei der Kernfusion verschmelzen zwei leichte Atomkerne (z.B. Wasserstoffisotope wie Deuterium und Tritium) zu einem schwereren Kern. - **Energiequelle**: Die Fusion erfordert extrem hohe Temperaturen und Drücke, um die elektrostatische Abstoßung der positiv geladenen Kerne zu überwinden. - **Energieausbeute**: Auch hier wird eine große Menge Energie freigesetzt, die jedoch hauptsächlich in Form von Strahlung und kinetischer Energie der Fusionsprodukte abgegeben wird. - **Anwendung**: Kernfusion ist die Energiequelle der Sonne und anderer Sterne. Auf der Erde wird sie in experimentellen Fusionsreaktoren wie dem ITER erforscht. - **Beispiel**: Ein bekanntes Beispiel ist die Fusion von Deuterium und Tritium zu Helium-4 und einem Neutron. Zusammengefasst: Kernspaltung teilt schwere Kerne in leichtere, während Kernfusion leichte Kerne zu schwereren verschmilzt. Beide Prozesse setzen enorme Energiemengen frei, aber die technischen Herausforderungen und Anwendungen unterscheiden sich erheblich.