Was besagt der Sozialkonstruktivismus?

Antwort

Der Sozialkonstruktivismus ist eine erkenntnistheoretische und lerntheoretische Position, die davon ausgeht, dass Wissen, Bedeutungen und Wirklichkeit nicht objektiv gegeben sind, sondern durch soziale Interaktionen und kulturelle Praktiken gemeinsam konstruiert werden. Das bedeutet, dass Menschen ihre Vorstellungen von der Welt im Austausch mit anderen entwickeln und dass diese Vorstellungen von Sprache, Kommunikation und gesellschaftlichen Normen geprägt sind. Im Bildungsbereich betont der Sozialkonstruktivismus, dass Lernen ein aktiver, sozialer Prozess ist: Wissen entsteht im Dialog, durch Zusammenarbeit und durch das Aushandeln von Bedeutungen in Gruppen. Bedeutende Vertreter sind unter anderem Lev Vygotsky, der die Rolle der sozialen Interaktion für die kognitive Entwicklung hervorhob. Zusammengefasst: Der Sozialkonstruktivismus besagt, dass unsere Wahrnehmung von Wirklichkeit und Wissen das Ergebnis sozialer Prozesse ist und nicht einfach objektiv existiert.

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