Auf 1.000 m² pflanzt man für eine echte Aufforstung grob 250 bis 400 Bäume – aber allein durch die Zahl wird daraus noch kein „Wald“. Entscheidend ist, dass die Fl&aum...
Wie steht es um das Waldsterben, und welche Bäume sind besonders betroffen?
Antwort vom**Von einem flächendeckenden „Waldsterben“ wie in den 1980ern spricht man heute so pauschal nicht mehr – aber der Zustand vieler Wälder in Deutschland ist weiterhin schlecht, und besonders betroffen sind Eiche, Buche und Fichte.** 2024 zeigte sich trotz günstigerer Witterung keine echte Entwarnung; die Schäden bleiben auf hohem Niveau. ([bmel.de](https://www.bmel.de/DE/themen/wald/wald-in-deutschland/waldzustandserhebung.html)) ## Welche Bäume besonders betroffen sind Am stärksten belastet ist derzeit die **Eiche**. Sie hatte 2024 unter den Hauptbaumarten die höchste mittlere Kronenverlichtung; **51 %** der Eichen wiesen eine deutliche Kronenverlichtung auf. Dazu kamen regional starke Schäden durch Insekten und Pilze, besonders den Eichenprachtkäfer. ([bmel.de](https://www.bmel.de/DE/themen/wald/wald-in-deutschland/waldzustandserhebung.html)) Auch die **Buche** ist stark betroffen. Bei ihr lag der Anteil deutlicher Kronenverlichtung 2024 bei **46 %**. Das ist wichtig, weil die Buche lange als vergleichsweise stabile heimische Leitbaumart galt – genau deshalb ist ihr schlechter Zustand ein Warnsignal für viele Standorte. ([bmel.de](https://www.bmel.de/DE/themen/wald/wald-in-deutschland/waldzustandserhebung.html)) Die **Fichte** bleibt ein Problemfall, auch wenn einzelne Kennzahlen leicht besser aussehen. Diese scheinbare Verbesserung kann laut Behörden teilweise daran liegen, dass bereits abgestorbene Fichten in der Stichprobe durch andere Bäume ersetzt werden. Praktisch heißt das: Die Fichte hat in vielen Regionen schon massiv verloren, vor allem durch Trockenstress und Borkenkäfer. ([bmel.de](https://www.bmel.de/DE/themen/wald/wald-in-deutschland/waldzustandserhebung.html)) Die **Kiefer** steht im Vergleich etwas besser da als die anderen Hauptbaumarten, ist aber keineswegs gesund. Ihr Kronenzustand gilt zwar als der beste unter den vier Hauptbaumarten, hat sich seit 2019 aber ebenfalls deutlich verschlechtert. ([bmel.de](https://www.bmel.de/DE/themen/wald/wald-in-deutschland/waldzustandserhebung.html)) ## Warum der Wald weiter leidet Der Hauptgrund sind nicht einzelne schlechte Monate, sondern die **Nachwirkungen der extrem trocken-heißen Jahre seit 2018**. Selbst feuchtere Jahre reichen bisher nicht aus, damit sich die Bestände erholen. Geschwächte Bäume werden dann zusätzlich anfälliger für Schädlinge, Pilze und weitere Stressfaktoren. ([bmel.de](https://www.bmel.de/DE/themen/wald/wald-in-deutschland/waldzustandserhebung.html)) Ein wichtiger Punkt, der oft in einfachen Antworten fehlt: Die übliche Kennzahl der **Kronenverlichtung** zeigt nur einen Teil des Problems. Massive Ausfälle ganzer Bestände, etwa nach Dürre oder Käferbefall, werden dadurch nicht vollständig abgebildet. Deshalb kann ein Wert „stabil“ wirken, obwohl vor Ort bereits viele Bäume abgestorben sind. ([umweltbundesamt.de](https://www.umweltbundesamt.de/daten/flaeche-boden-land-oekosysteme/land-oekosysteme/waldzustand-kronenverlichtung)) ## Was das konkret bedeutet Entscheidend ist: **Nicht nur die klassische Problembaumart Fichte ist betroffen, sondern auch zentrale Laubbaumarten wie Buche und Eiche.** Das macht die Lage ernster, weil es nicht mehr nur um anfällige Nadelholz-Reinbestände geht, sondern um breite Teile des Waldes. ([bmel.de](https://www.bmel.de/DE/themen/wald/wald-in-deutschland/waldzustandserhebung.html)) Besonders anfällig sind außerdem **ältere Bäume über 60 Jahre**. Bei ihnen lag der Anteil deutlicher Kronenverlichtung 2024 bei **43 %**, bei jüngeren Bäumen nur bei **16 %**. Für die Praxis heißt das: Waldumbau, Mischung verschiedener Baumarten und standortgerechte Bestände sind wichtiger als die Hoffnung auf eine schnelle natürliche Erholung. ([bmel.de](https://www.bmel.de/DE/themen/wald/wald-in-deutschland/waldzustandserhebung.html))
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