Warum gefährdet eine leichte Klimaerwärmung den Bestand der Eisbären trotz ihres Wohlbefindens in Zoos?

Antwort

Eisbären in Zoos und Eisbären in freier Wildbahn leben unter völlig unterschiedlichen Bedingungen. In Zoos wird ihre Umgebung künstlich gestaltet: Sie bekommen ausreichend Futter, haben gekühlte Rückzugsorte und werden medizinisch versorgt. Die Außentemperaturen spielen dort eine untergeordnete Rolle, weil die Tiere nicht selbst jagen oder weite Strecken zurücklegen müssen. In der Arktis hingegen sind Eisbären auf das Meereis angewiesen, um Robben zu jagen – ihre Hauptnahrungsquelle. Durch die Klimaerwärmung schmilzt das Meereis früher im Jahr und friert später wieder zu. Dadurch verkürzt sich die Zeit, in der Eisbären jagen können. Sie müssen längere Strecken schwimmen oder an Land ausharren, wo es kaum Nahrung gibt. Das führt zu Hunger, weniger Nachwuchs und einer höheren Sterblichkeit. Die Wohlfühlbedingungen im Zoo sind also nicht mit den Überlebensbedingungen in der Natur vergleichbar. Eine leichte Klimaerwärmung kann deshalb dramatische Folgen für die Wildpopulation haben, auch wenn Eisbären in Zoos scheinbar problemlos mit höheren Temperaturen zurechtkommen.

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