Wie verlege ich ein Drainrohr gegen eine Pfütze im Garten?

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Ein Drainrohr bei einer dauerhaft nassen Stelle funktioniert nur zuverlässig, wenn du das Wasser **zu einem tieferen Punkt mit sicherem Ablauf** führen kannst (z. B. Straßengully/zugelassener Anschluss, Graben, Sickerschacht/Versickerung nach örtlichen Regeln). Ohne Gefälle und ohne definierten Abnehmer bringt ein Drainrohr meist wenig. ## Vorgehen (bewährt im Garten) 1. **Tiefsten Punkt finden & Verlauf planen** - Start: Mitte/unterster Rand der Pfütze. - Ziel: Punkt, der **tiefer** liegt und Wasser aufnehmen darf/kann. 2. **Gefälle festlegen** - Praktisch: **0,5–1 % Gefälle** (5–10 mm pro Meter) in Fließrichtung. - Je gleichmäßiger, desto besser (keine „Bäuche“, sonst steht Wasser im Rohr). 3. **Graben ausheben** - Breite: ca. **25–35 cm**. - Tiefe: meist **40–80 cm** (unter der nassen Zone; im Garten oft 50–60 cm ausreichend). - Untergrund möglichst glatt abziehen, Gefälle kontrollieren. 4. **Vlies einlegen (wichtig gegen Verschlammung)** - Ein **Geotextil/Filtervlies** in den Graben legen, seitlich überstehen lassen (zum späteren „Einwickeln“). 5. **Kiesbett herstellen** - **8–16 mm oder 16–32 mm Drainkies**. - Unten ca. **10 cm** Kies einbringen und abziehen. 6. **Drainrohr verlegen** - Üblich: **DN 100** (100 mm) **perforiertes** Drainrohr. - In Kiesbett legen, Gefälle prüfen. - Anschlüsse dicht/sauber, Richtungswechsel mit Bögen (nicht knicken). 7. **Kontroll-/Spülschacht vorsehen** - Am Anfang und/oder an Richtungswechseln einen **Revisionsschacht** setzen, damit du später spülen kannst. 8. **Mit Kies umhüllen** - Rohr rundum mit Kies bedecken: **mind. 10–15 cm** über Rohrscheitel. 9. **Vlies schließen** - Vlies über dem Kies **überlappend** schließen (wie ein Burrito), damit kein Feinboden in den Kies wandert. 10. **Oberboden/Fläche wiederherstellen** - Oben 10–20 cm Mutterboden, Rasen ansäen oder Fläche neu aufbauen. - Optional: In der Pfützenzone zusätzlich **Boden verbessern** (Sand/Kompost einarbeiten), damit Wasser schneller in die Drainage gelangt. ## Wohin mit dem Wasser (kurz, aber entscheidend) - **Versickerung**: z. B. Sickerschacht/Versickerungsrigole (je nach Boden/Grundwasser/Regeln). - **Oberflächenablauf**: nur, wenn erlaubt und sinnvoll. - **Kanal/Gully**: oft genehmigungs-/satzungspflichtig. ## Häufige Fehler - **Kein echtes Gefälle** → Rohr steht voll Wasser. - **Ohne Vlies** → Kies verschlammt, Drainage „tot“ nach 1–3 Jahren. - **Zu feiner Kies/Splitt** → setzt sich schneller zu. - **Rohr direkt in Erde** → verstopft. - **Ablaufpunkt ungeklärt** → Wasser bleibt im System. Wenn du statt eines Drainrohrs eine oft robustere Lösung willst: **Drainagegraben/Rigole** (Kieskörper im Vlies, ggf. ohne Rohr) funktioniert bei kleinen Senken häufig besser, solange Versickerung möglich ist.

Kategorie: Umwelt Tags: Drainrohr Garten Pfuetze

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