Verdrängt der Rotmilan in manchen Gebieten den Mäusebussard?

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**Nein – der Rotmilan verdrängt den Mäusebussard in der Regel nicht. Beide Arten nutzen teils ähnliche Nahrung und Landschaften, kommen aber meist nebeneinander vor; lokale Konkurrenz ist möglich, eine generelle Verdrängung ist fachlich nicht belegt.** ([bfn.de](https://www.bfn.de/artenportraits/milvus-milvus)) ## Warum das so ist Der Mäusebussard ist in Deutschland der häufigste Greifvogel und ökologisch sehr anpassungsfähig. Der Rotmilan nutzt ebenfalls offene Kulturlandschaften, ist aber stärker an strukturreiche Offenlandbereiche gebunden und jagt anders, unter anderem häufiger Aas und leicht verfügbare Beute. Genau dieser Unterschied verhindert meist, dass eine Art die andere einfach „ersetzt“. ([bfn.de](https://www.bfn.de/artenportraits/milvus-milvus)) ## Wo es trotzdem Konkurrenz geben kann Lokal kann es Überschneidungen geben, vor allem bei **Nistplätzen** und in besonders attraktiven Jagdgebieten. In Fachliteratur wird interspezifische Nistplatzkonkurrenz beim Rotmilan ausdrücklich als möglicher Faktor erwähnt. Das heißt aber: punktuelle Konkurrenz um einzelne Ressourcen – nicht automatisch Verdrängung ganzer Bussardbestände. ([researchgate.net](https://www.researchgate.net/publication/309642902_Rotmilan_In_Hotker_H_Krone_O_Nehls_G_2013_Greifvogel_und_Windkraftanlagen_Problemanalyse_und_Losungsvorschlage)) ## Der wichtige Unterschied „Konkurrenz“ und „Verdrängung“ sind nicht dasselbe. Konkurrenz heißt, dass zwei Arten teilweise dieselben Ressourcen nutzen. Verdrängung würde bedeuten, dass der Mäusebussard wegen des Rotmilans aus einem Gebiet verschwindet oder deutlich zurückgeht. Für so eine pauschale Aussage gibt es nach den verfügbaren Quellen keine belastbare Grundlage. Eher entscheidend sind Landschaftsstruktur, Nahrungsangebot und menschliche Einflüsse wie intensive Landwirtschaft oder Windenergie. ([bfn.de](https://www.bfn.de/artenportraits/milvus-milvus)) Praktisch heißt das: Wenn in einem Gebiet mehr Rotmilane auftauchen, ist das nicht automatisch ein Zeichen dafür, dass sie den Mäusebussard verdrängen. Häufig zeigt es eher, dass das Gebiet für **beide** Arten attraktiv ist – oder dass sich Nutzung und Nahrungsangebot lokal verändert haben. ([uni-marburg.de](https://www.uni-marburg.de/de/marburg-open-forest/forschung/bewegungs-und-nahrungsoekologie-greifvoegel-maeusebussard))