Muss ein rissiger Keilriemen sofort gewechselt werden oder reicht es bis zur nächsten Inspektion?

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**Nein – ein rissiger Keilriemen sollte nicht einfach bis zur nächsten Inspektion ignoriert werden, weil er jederzeit reißen kann und dann Lichtmaschine, Wasserpumpe, Servolenkung oder Klimaanlage ausfallen können.** Der entscheidende Punkt ist: „rissig“ ist kein normaler Zustand, sondern ein Verschleißhinweis, der zeitnah geprüft und meist ersetzt werden sollte. ([adac.de](https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/ausstattung-technik-zubehoer/zahnriemenwechsel/)) ## Warum das wichtig ist Der Keilriemen bzw. Keilrippenriemen treibt Nebenaggregate an; laut ADAC gehört dazu typischerweise die Lichtmaschine und oft auch der Klimakompressor. Je nach Motor kann über den Riementrieb auch die Wasserpumpe mitlaufen. Wenn der Riemen reißt, bleibt das Auto nicht nur irgendwann liegen – im ungünstigen Fall drohen Folgeschäden durch Überhitzung oder entladene Batterie. ([adac.de](https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/ausstattung-technik-zubehoer/zahnriemenwechsel/)) Ein wichtiger Unterschied, den viele Werkstätten nicht sauber erklären: Ein **leicht oberflächlich gealterter** Riemen ist etwas anderes als ein **sichtbar rissiger oder poröser** Riemen. Sichtbare Risse bedeuten, dass das Material bereits altert und seine Reserven verliert. Genau deshalb beschreibt ATU das typische Schadensbild so: erst rissig und porös, dann irgendwann gerissen. ([atu.de](https://www.atu.de/produkt/454014-ausgleichsbehaelter-nrf-kx0127)) ## Was daraus praktisch folgt Wenn bei der Inspektion ausdrücklich „rissig“ festgestellt wurde, ist die sinnvolle Konsequenz **nicht bis zur nächsten regulären Inspektion warten**, sondern den Riemen in absehbarer Zeit wechseln lassen. Das muss nicht zwingend „heute auf der Stelle“ heißen, aber auch nicht erst in einem Jahr oder nach weiteren vielen tausend Kilometern. Besonders kritisch ist es, wenn zusätzlich eines dieser Zeichen auftritt: - pfeifende oder quietschende Geräusche - flackernde Batterieleuchte - schwergängige Lenkung - Temperaturanstieg - sichtbare Ausfransungen oder Gummistaub im Motorraum Dann ist Warten keine gute Idee mehr. Allgemein rät der ADAC bei Warnzeichen am Fahrzeug dazu, die nächste Werkstatt aufzusuchen statt weiterzufahren, wenn ein technischer Defekt Folgeschäden verursachen kann. ([adac.de](https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/ausstattung-technik-zubehoer/ausstattung/kontrollleuchten-auto/)) ## Klare Einschätzung Die Aussage „bis zur nächsten Inspektion nichts unternehmen“ ist nur dann vertretbar, wenn es sich **nicht um echte Risse**, sondern höchstens um leichte Alterungsspuren handelt und die Werkstatt das sauber begründet hat. Wenn im Prüfbericht wirklich „rissig“ steht, ist die bessere und fachlich vorsichtigere Empfehlung: **zeitnah tauschen lassen**. Der praktische Vorteil: Ein Keilriemenwechsel ist meist deutlich günstiger als die Folgen eines Risses. Und bei manchen Fahrzeugen kann ein gerissener Keilriemen sogar weitere Schäden nach sich ziehen; ADAC nennt bei bestimmten Renault-Modellen ausdrücklich das Risiko, dass dadurch auch der Zahnriemen beschädigt werden kann. ([adac.de](https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/autokatalog/marken-modelle/renault/laguna/i-facelift/986045/))