Ja: Eine oberirdisch bzw. auf Putz verlegte Zuleitung zur Wallbox hat vor allem praktische und optische Nachteile – technisch ist sie oft sogar unkritischer als eine Leitung im Rohr oder in der...
Welche Nachteile haben Freileitungen bei der Stromversorgung einer Wallbox?
Antwort vom**Eine Freileitung ist für eine Wallbox nicht automatisch ein Nachteil – entscheidend ist nicht „Freileitung oder Erdkabel“, sondern ob dein Hausanschluss und die interne Elektroinstallation die zusätzliche Ladeleistung sicher tragen.** Eine Wallbox zieht typischerweise 11 kW, teils auch 22 kW; das ist für viele Bestandsanschlüsse bereits eine relevante Zusatzlast. ([vde.com](https://www.vde.com/en/press/press-releases/2023-02-09-fnn-netzanschluss)) ## Was bei Freileitungen tatsächlich problematisch sein kann Der eigentliche Engpass ist meist **die verfügbare Anschlussleistung am Hausanschluss**, nicht die Tatsache, dass die Zuleitung über Masten kommt. Der Netzbetreiber übergibt den Anschluss in der Regel an den Hausanschlusssicherungen; dort zählt, welche Leistung dauerhaft bereitgestellt werden kann. Wenn Wallbox, Wärmepumpe und Haushalt zusammen zu viel ziehen, kann ein Ausbau nötig werden. ([netze-bw.de](https://www.netze-bw.de/netzanschluss/strom)) Bei älteren Häusern mit Freileitungsanschluss kommen drei praktische Nachteile häufiger vor: - **geringere Leistungsreserve** bei alten Hausanschlüssen - **mehr Umbauaufwand** am Anschluss oder Zählerschrank - **höhere Kosten**, wenn der Netzbetreiber den Anschluss verstärken oder ändern muss, weil es dafür keinen pauschalen Festpreis gibt. ([bundesnetzagentur.de](https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Vportal/Energie/Netzanschluss/start.html)) ## Was das für die Wallbox bedeutet Für eine einzelne **11-kW-Wallbox** reicht ein vorhandener Anschluss oft aus, **wenn** Hausanschluss, Zählerplatz und Leitungen im Haus in Ordnung sind. Kritischer wird es bei **22 kW**, bei mehreren Wallboxen oder wenn gleichzeitig große Verbraucher laufen. Genau dann zeigt sich, ob ein alter Freileitungsanschluss nur „funktioniert“ oder wirklich zukunftsfähig ist. ([vde.com](https://www.vde.com/en/press/press-releases/2023-02-09-fnn-netzanschluss)) Ein wichtiger Punkt: Der Netzbetreiber darf den Anschluss einer Wallbox grundsätzlich **nicht einfach verweigern oder verzögern**; wenn es Hindernisse gibt, muss er den Grund und mögliche Abhilfemaßnahmen nennen. Seit den Regeln zu steuerbaren Verbrauchseinrichtungen kann der Netzbetreiber in akuten Engpasssituationen den Bezug solcher Geräte vorübergehend reduzieren, statt den Anschluss pauschal abzulehnen. ([bundesnetzagentur.de](https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Vportal/Energie/E_Mobilitaet/_faq/Wallbox_table.html)) ## Der häufigste Denkfehler Viele vermuten: **Freileitung = ungeeignet für Wallbox.** Das ist zu pauschal. Eine Freileitung kann technisch völlig ausreichen, während ein Haus mit Erdkabel trotzdem Probleme bekommt, wenn Zählerschrank, Absicherung oder Hausinstallation veraltet sind. Der Unterschied liegt also weniger „oben am Mast“ als **im gesamten Anschlusskonzept**. ([netze-bw.de](https://www.netze-bw.de/netzanschluss/strom)) ## Klare Einordnung Der Nachteil einer Freileitung bei einer Wallbox ist **nicht die Stromqualität an sich**, sondern das höhere Risiko, dass ein älterer Anschluss schneller an seine Grenzen kommt und Umbauten nötig werden. Für dich heißt das konkret: Nicht die Leitungsart ist die Schlüsselfrage, sondern **ob dein Netzbetreiber und ein Elektriker 11 kW ohne Verstärkung freigeben** oder ob Hausanschluss, Zählerplatz oder Zuleitung angepasst werden müssen. ([bundesnetzagentur.de](https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Vportal/Energie/E_Mobilitaet/_faq/Wallbox_table.html))
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