Wie ermittelt man bei Leinenstoff die Dichte über die Kettfäden pro cm?
Antwort vom**Die Kettfadendichte ermittelst du, indem du auf 1 cm Stoffbreite die senkrecht verlaufenden Kettfäden zählst; wirklich aussagekräftig wird das aber nur, wenn du mehrere Stellen misst und den Mittelwert bildest.** ## So gehst du vor Lege den Leinenstoff glatt und spannungsfrei auf eine helle Unterlage. Die **Kettfäden** sind die Fäden, die in Längsrichtung der Webkante verlaufen, also parallel zur Stoffkante. Lege ein Lineal oder besser eine Fadenzählerlupe so an, dass du **genau 1 cm** quer zu diesen Fäden erfasst. Dann zählst du, wie viele Kettfäden innerhalb dieses 1-cm-Abschnitts liegen. ## Wichtig für ein brauchbares Ergebnis Zähle nicht direkt am Rand, weil die Webkante oft dichter oder unregelmäßig ist. Miss besser an **3 bis 5 Stellen** im Stoff und bilde daraus den Durchschnitt. Wenn die Fäden sehr fein sind, ist es genauer, **auf 5 cm oder 10 cm** zu zählen und danach auf 1 cm herunterzurechnen. Beispiel: 132 Kettfäden auf 10 cm ergeben **13,2 Kettfäden/cm**. ## Typischer Fehler Viele verwechseln **Fadendichte** mit **Flächengewicht**. Die Zahl der Kettfäden/cm sagt nur, wie eng die Fäden in einer Richtung liegen. Ob der Leinenstoff insgesamt dicht, schwer oder blickdicht ist, hängt zusätzlich von **Schussfadendichte, Garnstärke und Bindung** ab. ## Praktisch am zuverlässigsten Bei Leinen mit leicht unregelmäßigem Garn ist das bloße Zählen auf 1 cm oft zu grob. In der Praxis ist deshalb **Zählen über eine längere Strecke und Umrechnen** fast immer genauer als das direkte Ablesen auf 1 cm.