Wie berechnet man den Leerstand einzelner Wohnungen im Mehrfamilienhaus für den Verbrauchsausweis?

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**Für den Verbrauchsausweis wird der Leerstand nicht wohnungsweise „abgezogen“, sondern als flächen- und zeitanteiliger Leerstand für das ganze Gebäude berechnet. Entscheidend ist also: leerstehende Wohnfläche × Dauer des Leerstands im relevanten Zeitraum.** ([dena.de](https://www.dena.de/fileadmin/dena/Dokumente/Pdf/2057_Leitfaden_Energieausweis_Teil_3_-_Energieverbrauchsausweise._Download.pdf)) ## So rechnest du es einfach Die Grundformel lautet: **Leerstandsfaktor = Summe aus** **(leerstehende Wohnfläche der Wohnung / Gebäudenutzfläche) × (Leerstandsmonate / Gesamtmonate)** ([dena.de](https://www.dena.de/fileadmin/dena/Dokumente/Pdf/2057_Leitfaden_Energieausweis_Teil_3_-_Energieverbrauchsausweise._Download.pdf)) Dabei gilt: - **leerstehende Wohnfläche der Wohnung** = Fläche der jeweils leeren Wohnung - **Gebäudenutzfläche** = die für den Verbrauchsausweis angesetzte Gebäudefläche - **Leerstandsmonate** = wie lange diese Wohnung leer stand - **Gesamtmonate** = der zusammenhängende Abrechnungszeitraum, meist **mindestens 36 Monate** ([dena.de](https://www.dena.de/fileadmin/dena/Publikationen/PDFs/2022/LEITFADEN_ENERGIEAUSWEIS_Teil_3_Energieverbrauchsausweise_fuer_Wohn-_und_Nichtwohngebaeude.pdf)) ## Wichtiges Missverständnis Einzelne leere Wohnungen werden **nicht 1:1 aus dem Verbrauch herausgerechnet**. Der Hintergrund: Leere Wohnungen werden in Mehrfamilienhäusern oft über Nachbarwohnungen mit erwärmt. Deshalb sinkt der Gesamtverbrauch **nicht proportional** zur leerstehenden Fläche. Genau deshalb arbeitet man beim Verbrauchsausweis mit einem **Leerstandsfaktor** und nicht mit einer simplen Kürzung. ([dena.de](https://www.dena.de/fileadmin/dena/Dokumente/Pdf/2057_Leitfaden_Energieausweis_Teil_3_-_Energieverbrauchsausweise._Download.pdf)) ## So gehst du praktisch vor Für **jede leerstehende Wohnung** rechnest du einzeln: 1. Wohnfläche der leeren Wohnung notieren 2. Monate des Leerstands notieren 3. Für alle leerstehenden Wohnungen die Werte nach der Formel addieren ### Beispiel Mehrfamilienhaus mit **1.000 m² Gebäudenutzfläche**. Wohnung A mit **80 m²** stand **6 Monate** leer. Wohnung B mit **60 m²** stand **12 Monate** leer. Abrechnungszeitraum: **36 Monate**. Rechnung: - Wohnung A: 80 / 1.000 × 6 / 36 = **0,0133** - Wohnung B: 60 / 1.000 × 12 / 36 = **0,0200** Zusammen: **Leerstandsfaktor = 0,0333 = 3,33 %** Das ist der maßgebliche Leerstand für den Verbrauchsausweis. ([dena.de](https://www.dena.de/fileadmin/dena/Dokumente/Pdf/2057_Leitfaden_Energieausweis_Teil_3_-_Energieverbrauchsausweise._Download.pdf)) ## Entscheidend bei Heizung und Warmwasser Für die **Heizung** sollen bei den Leerstandsmonaten **nur die Monate Oktober bis März** gezählt werden. Für **zentrale Warmwasserbereitung** wird der Leerstand über den gesamten Zeitraum angesetzt. ([dena.de](https://www.dena.de/fileadmin/dena/Dokumente/Pdf/2057_Leitfaden_Energieausweis_Teil_3_-_Energieverbrauchsausweise._Download.pdf)) Das ist ein wichtiger Unterschied, weil eine Wohnung im Juli leer für die Heizung praktisch keine Rolle spielt, für Warmwasser aber schon. ## Wann der Verbrauchsausweis problematisch wird Liegt der Leerstandsfaktor unter **5 %**, wird er in diesem Verfahren meist vernachlässigt. Liegt er über **30 %**, soll dieser Ansatz nicht mehr verwendet werden; dann ist oft ein **Bedarfsausweis sinnvoller**. ([dena.de](https://www.dena.de/fileadmin/dena/Dokumente/Pdf/2057_Leitfaden_Energieausweis_Teil_3_-_Energieverbrauchsausweise._Download.pdf)) Praktisch heißt das: Bei ein oder zwei kurz leerstehenden Wohnungen in einem größeren Haus ist die Berechnung meist unkritisch. Bei längerem oder großflächigem Leerstand wird der Verbrauchsausweis schnell ungenau.