Ist eine Fertiggarage von 1990 statisch noch belastbar, wenn vier Starkstromkabel für Wallboxen durch eine Wand geführt werden?

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**Ja, grundsätzlich schon – aber nicht automatisch. Vier Starkstromkabel durch eine Garagenwand machen eine Fertiggarage von 1990 statisch meist nicht kritisch, wenn es sich nur um kleine, fachgerecht gebohrte Leitungsdurchführungen handelt. Problematisch wird es erst bei großen Öffnungen, Randnähe, mehreren dicht nebeneinanderliegenden Bohrungen oder wenn Bewehrung durchtrennt wird.** ([info.zapf-garagen.de](https://info.zapf-garagen.de/richtlinien-f%C3%BCr-bohrungen-in-zapf-fertiggaragen)) ## Entscheidend ist nicht das Baujahr, sondern die Art der Bohrung Eine Beton-Fertiggarage ist in der Regel als Stahlbetonbauteil mit Typenstatik ausgeführt. Das bedeutet: Die Wand trägt Lasten nicht wegen ihres Alters, sondern wegen ihrer Geometrie, Betonstärke und Bewehrung. Eine einzelne kleine Kernbohrung für Kabel ist deshalb normalerweise unkritisch; mehrere unsaubere Durchbrüche mit Schlagbohrer oder Stemmarbeiten können die Wand dagegen lokal schwächen. ([k-plus-garagen.de](https://www.k-plus-garagen.de/fileadmin/editorial/ausstattungen/grundausstattung/Bau-u.Leistungsbeschreibung_Stahlbetonfertiggarage_Stand_08.2020.pdf)) Für Wallbox-Zuleitungen empfehlen Hersteller von Fertiggaragen ausdrücklich die Durchführung durch die Wand und nicht durch den Boden. Gleichzeitig wird darauf hingewiesen, vor dem Bohren die Bewehrung zu orten, um tragende Stahlstäbe nicht zu beschädigen. ([info.zapf-garagen.de](https://info.zapf-garagen.de/richtlinien-f%C3%BCr-bohrungen-in-zapf-fertiggaragen)) ## Wann es meist unkritisch ist Unkritisch ist es typischerweise, wenn: - pro Kabel nur kleine Kernbohrungen nötig sind, - die Bohrungen mit Abstand zueinander gesetzt werden, - nicht direkt in Ecken, an Wandrändern oder im Auflagerbereich gebohrt wird, - keine Bewehrung getrennt wird, - nicht gestemmt, sondern sauber kerngebohrt wird. ([ke-bo-tec.de](https://www.ke-bo-tec.de/kernbohrung/kernbohrung-fuer-wallbox/)) Praktisch heißt das: Vier einzelne Kabeldurchführungen sind oft weniger problematisch als ein großer, nachträglich herausgebrochener Sammeldurchbruch. ## Wann du vorsichtig sein musst Kritisch wird es vor allem in vier Fällen: 1. **Die Wand ist sehr dünn** und die Bohrungen liegen eng beieinander. 2. **Es wird Bewehrung getroffen oder durchtrennt.** 3. **Die Öffnungen sitzen nahe an der Dachauflagerung, an Ecken oder direkt neben dem Torsturz.** 4. **Die Garage ist ein spezielles Fertigteil-System**, bei dem der Hersteller Bohrzonen vorgibt. ([info.zapf-garagen.de](https://info.zapf-garagen.de/richtlinien-f%C3%BCr-bohrungen-in-zapf-fertiggaragen)) Der häufigste Fehler ist nicht „zu viel Kabel“, sondern der falsche Ort der Durchführung. ## Wichtiger Unterschied, den viele übersehen Statisch ist die Bohrung oft nicht das Hauptproblem – **Abdichtung, Korrosionsschutz und gegebenenfalls Brandschutz** sind es eher. Wenn Leitungen durch eine Wand geführt werden, muss die Durchführung dauerhaft dicht sein; bei feuerwiderstandsfähigen Wänden können zusätzlich zugelassene Kabelabschottungen erforderlich sein. ([dibt.de](https://www.dibt.de/de/bauprodukte/informationsportal-bauprodukte-und-bauarten/produktgruppen/bauprodukte-detail/bauprodukt/rohrabschottungen-kabelabschottungen-kombiabschottungen)) ## Klare Empfehlung Wenn es wirklich nur um **4 normale Wallbox-Zuleitungen** geht, ist die Garage **wahrscheinlich statisch belastbar**, **sofern** die Durchführungen klein und fachgerecht kerngebohrt werden. Sicher beurteilen lässt sich das aber erst nach Blick auf: - Wanddicke, - Lage der Bohrungen, - Abstand der Bohrungen, - Bewehrungslage, - Hersteller/Typ der Garage. Die beste Lösung ist deshalb: **nicht einfach bohren lassen**, sondern zuerst Herstellerunterlagen oder Typenstatik prüfen und die Bohrpunkte mit Bewehrungsscan festlegen. Das ist bei einer Fertiggarage deutlich wichtiger als das Baujahr 1990.

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