Wie tief müssen Erdwaermeloecher fuer 20.000 kWh Jahresheizbedarf gebohrt werden?

Antwort vom

**Für 20.000 kWh Jahresheizbedarf liegt die Größenordnung meist bei etwa 120 bis 200 Metern Erdsonden-Gesamtlänge; typisch sind zum Beispiel 2 Bohrungen à 70 bis 90 Meter.** Entscheidend ist: Aus dem Jahresheizbedarf allein lässt sich die Bohrtiefe nicht exakt bestimmen, weil die Auslegung vor allem von **Heizlast, Bodenart und zulässiger Entzugsleistung pro Meter** abhängt. ## Wovon die Bohrtiefe wirklich abhängt Bei Erdsonden rechnet man nicht direkt nur mit den 20.000 kWh, sondern mit der Frage, **wie viel Wärme pro Bohrmeter dauerhaft aus dem Boden geholt werden kann**. Typische Größenordnungen sind: - **trockener, schlechter Boden:** ca. 30–40 W pro Meter - **normaler Boden:** ca. 40–50 W pro Meter - **gut leitfähiger, feuchter Boden/Fels:** ca. 50–70 W pro Meter Das macht in der Praxis einen großen Unterschied. Derselbe Wärmebedarf kann je nach Untergrund deutlich mehr oder weniger Bohrmeter brauchen. ## Grobe Abschätzung für 20.000 kWh 20.000 kWh Jahresheizbedarf entsprechen bei einem normalen Einfamilienhaus oft grob einer Heizlast von etwa **6 bis 10 kW**. Wenn man dafür überschlägig mit Erdsonden rechnet, landet man häufig in diesem Bereich: - bei guter Geologie: **ca. 120–140 m** - bei mittlerer Geologie: **ca. 140–180 m** - bei ungünstiger Geologie: **ca. 180–220 m** Darum sind typische Lösungen oft: - **1 x 150 m** - **2 x 75 m** - **2 x 90 m** - seltener **3 x 60–70 m**, wenn bohrtechnisch oder genehmigungsrechtlich sinnvoll ## Wichtiger Punkt: Jahresheizbedarf ist nicht gleich Bohrtiefe Der häufigste Denkfehler ist: 20.000 kWh pro Jahr klingen nach einer festen Bohrtiefe. So funktioniert die Auslegung nicht. Denn entscheidend ist zusätzlich: - **Vorlauftemperatur der Heizung** Fußbodenheizung braucht weniger hohe Temperaturen als alte Heizkörper und verbessert die Wärmepumpen-Effizienz. - **Sperrzeiten und Betriebsweise** Wenn die Wärmepumpe zeitweise nicht laufen darf, muss die Quelle kurzfristig mehr Leistung liefern. - **Warmwasseranteil** Der erhöht den Bedarf. - **Boden- und Grundwasserverhältnisse** Das ist oft der größte Hebel. ## Praktisch sinnvolle Faustformel Für **20.000 kWh/Jahr** kannst du als erste Hausnummer meist mit **rund 150 Bohrmetern gesamt, plus/minus deutlich** rechnen. Das heißt konkret: - **unter 100 m gesamt** ist eher unwahrscheinlich - **150 m gesamt** ist oft realistisch - **über 200 m gesamt** ist bei schlechter Geologie oder ungünstiger Auslegung gut möglich ## Was daraus folgt Wenn du Angebote vergleichst, ist nicht die reine Meterzahl entscheidend, sondern **welche Entzugsleistung pro Meter angesetzt wurde**. Genau dort werden Anlagen entweder sauber ausgelegt oder zu knapp geplant. Eine seriöse Planung basiert deshalb auf: - Heizlastberechnung nach Gebäude - geologischen Daten des Standorts - zulässiger Bohrtiefe und Genehmigung - Auslegung der Wärmepumpe und des Heizsystems **Kurz gesagt: Für 20.000 kWh Jahresheizbedarf liegt die Bohrung meist grob in der Größenordnung von 120 bis 200 Metern insgesamt, mit einem praxisnahen Mittelwert um 150 Meter.**