Ich sitze da und merke, wie der Druck in mir immer weiter ansteigt, als würde sich alles im Unterbauch zusammenziehen und nach außen drängen. Die Blase fühlt sich prall und hart an, jeder Atemzug macht es deutlicher, und in meinem Kopf gibt es nur noch dieses eine Signal: sofort. Ich presse die Oberschenkel zusammen, halte den Körper ganz still, weil jede kleine Bewegung wie ein Stoß ist. Es brennt leicht, dann wieder nur dieses stechende Ziehen, das in Wellen kommt. Ich spüre, wie die Muskeln unten verkrampfen, wie ich gegen etwas ankämpfe, das eigentlich längst raus will. Es ist nicht nur körperlich – es macht nervös, panisch, weil ich weiß, dass es gleich passieren kann. Ich drücke mit der Hand dagegen, als könnte ich damit den Druck „zurückschieben“. Die Hand ist warm, der Stoff dazwischen wird unangenehm, und das Drücken hilft nur kurz: für ein paar Sekunden fühlt es sich kontrollierbar an, dann schiebt der Drang wieder nach, stärker als vorher. Mein Bauch ist angespannt, der Rücken wird fest, und ich halte die Luft an, weil ich Angst habe, dass schon ein Ausatmen alles löst. Es ist ein ständiges Kippen zwischen „ich schaffe es noch“ und „gleich geht es nicht mehr“. Die Erleichterung ist zum Greifen nah, aber nicht erreichbar – und genau das macht es so quälend.