Das Landeskonzil der Russischen Orthodoxen Kirche 1917 hatte ein weitgehend ungehobenes Potenzial aus mehreren Gründen: 1. **Historischer Kontext**: Nach der Oktoberrevolution 1917 befand sich Russland in einer tiefen politischen und sozialen Umwälzung. Die Kirche war traditionell eng mit dem Staat verbunden, und die Revolution führte zu einer Entfremdung zwischen der Kirche und der neuen sowjetischen Regierung. 2. **Reformbedarf**: Das Konzil wurde als Möglichkeit gesehen, die Kirche zu reformieren und ihre Rolle in der Gesellschaft neu zu definieren. Es gab Bestrebungen, die Kirche demokratischer zu gestalten und die Laien stärker einzubeziehen. 3. **Ökumenische Bestrebungen**: Das Konzil hatte das Potenzial, die russische Orthodoxie in einen Dialog mit anderen christlichen Konfessionen zu bringen und eine breitere ökumenische Bewegung zu fördern. 4. **Gesellschaftliche Relevanz**: In einer Zeit des Umbruchs suchten viele Menschen nach spiritueller Orientierung. Das Konzil hätte die Möglichkeit geboten, auf die Bedürfnisse der Gläubigen einzugehen und die Kirche als moralische Instanz zu stärken. 5. **Interne Spannungen**: Die unterschiedlichen Strömungen innerhalb der Kirche, wie die konservativen und reformistischen Kräfte, führten jedoch zu Spannungen, die das Potenzial des Konzils einschränkten. Insgesamt blieb das Potenzial des Landeskonzils weitgehend ungenutzt, da die politischen Umstände und interne Konflikte die Umsetzung seiner Ziele behinderten.