Ja – aber nicht mit derselben Bedeutung. Das Kreuz als Form kommt auch in anderen Religionen und Kulturen vor, nur ist es dort meist kein Symbol für Jesu Kreuzigung und Erlösung, sonde...
Sind Religionen mit Wahrheitsansprüchen bis hin zu Gottesstaaten wie Iran in der Weltgeschichte eine Ursache für Not und Elend statt für Menschenheil?
Antwort vomJa – Religionen **konnten** in der Weltgeschichte durch ihre Wahrheitsansprüche und besonders dort, wo sie mit Staatsmacht verschmolzen (Theokratien/Gottesstaaten wie der Iran), **Ursache von Not, Elend und Unheil** sein. Das gilt vor allem, wenn religiöse Autorität **politische Herrschaft legitimiert**, Abweichung als „Ketzerei“/„Sünde“ verfolgt, Gewalt heiligt oder Minderheiten entrechtet: Dann werden Konflikte absolut gesetzt („göttlicher Auftrag“), Kompromisse erschwert und Repression wahrscheinlicher. Aber daraus folgt historisch nicht sauber, dass Religionen **insgesamt** „nicht zum Menschenheil“ seien. Denn: - Viele große Gewaltereignisse und Unterdrückungssysteme waren **nicht religiös**, sondern nationalistisch, kolonial, rassistisch oder ideologisch (z.B. totalitäre Staatsideologien) motiviert – mit ähnlich absoluten Wahrheitsansprüchen. - Religionen waren zugleich oft **Träger von Bildung, Armenfürsorge, Krankenpflege, Friedensarbeit, Menschenrechtsimpulsen** und persönlicher Sinnstiftung; sie konnten Macht begrenzen oder kritisieren, nicht nur stützen. Der tragfähige historische Befund ist daher: **Nicht „Religion an sich“**, sondern die **Kopplung absoluter Heils-/Wahrheitsansprüche mit Zwangsmitteln des Staates** (und mit sozialen, ökonomischen, ethnischen Konflikten) ist ein wiederkehrender Risikofaktor für Unheil. Umgekehrt sind Religionen dort am ehesten „menschenheil“-förderlich, wo Glauben **freiwillig** bleibt, **Rechtsstaat und Grundrechte** Vorrang haben und religiöse Deutung **nicht** als staatlich durchsetzbare Wahrheit behandelt wird.