Kann eine Taufe durch einen Muslim gültig sein, wenn die christlichen Taufregeln eingehalten werden?

Antwort

Nach klassisch-christlichem Verständnis, insbesondere in den großen Kirchen wie der römisch-katholischen, orthodoxen und evangelischen Kirche, ist für die Gültigkeit der Taufe entscheidend, dass sie mit Wasser und unter Anrufung des dreifaltigen Gottes („im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes“) vollzogen wird. Die Person, die tauft, muss nicht zwingend selbst Christ sein – im Notfall („Nottaufe“) kann jede Person taufen, sofern sie die richtige Taufabsicht hat und die vorgeschriebene Form einhält. Das bedeutet: Auch ein Muslim könnte im äußersten Notfall eine gültige Taufe spenden, wenn er oder sie die christliche Taufabsicht hat und die korrekte Formel verwendet. Die katholische Kirche lehrt ausdrücklich, dass im Notfall „jeder Mensch, auch ein Nichtgetaufter“, taufen kann (vgl. Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 1256: [www.vatican.va/archive/DEU0035/__P3M.HTM](https://www.vatican.va/archive/DEU0035/__P3M.HTM)). Im Normalfall wird die Taufe aber von einem Christen, meist einem Geistlichen, gespendet. Die meisten Menschen wissen tatsächlich nicht, dass im Notfall auch ein Nichtchrist gültig taufen kann, solange die wesentlichen Bedingungen erfüllt sind. Wichtig: Die Anerkennung einer solchen Taufe kann je nach Konfession und Einzelfall unterschiedlich gehandhabt werden. Bei Fragen zur konkreten Anerkennung empfiehlt sich die Rücksprache mit der jeweiligen Kirche.

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