Gott fordert Anbetung nach klassischem jüdisch-christlichem Verständnis nicht, weil ihm Bestätigung fehlt, sondern weil Anbetung den Menschen auf das ausrichtet, was als höchstes G...
Wann ist ein Götze heilig genug?
Antwort vom**Gar nicht: Ein „Götze“ wird durch langes Anbeten nicht heilig, sondern höchstens religiös bedeutsam für die Menschen, die ihn verehren.** „Heilig“ ist kein messbarer Zustand, der nach einer bestimmten Zeit eintritt. In Religionen entsteht Heiligkeit entweder durch göttliche Zuschreibung, durch religiöse Tradition oder durch die Funktion eines Gegenstands im Kult – nicht dadurch, dass man ihn einfach nur lange genug anbetet. ## Der entscheidende Unterschied Ein Gegenstand kann **verehrt** werden, ohne deshalb selbst **heilig im absoluten Sinn** zu sein. Beispiel: Eine Statue kann für Gläubige ein Symbol, ein Bild oder ein Kultobjekt sein. Heilig ist dann aus ihrer Sicht nicht automatisch das Material selbst, sondern das, wofür es steht oder wozu es im Ritual dient. ## Was daraus praktisch folgt Wenn du die Frage wörtlich meinst, gibt es **keine feste Dauer** wie „40 Tage“ oder „ein Jahr“, nach der ein Objekt religiös aufgeladen genug wäre. Wenn du die Frage religionsgeschichtlich meinst, dann gilt: Ein Objekt wird meist dann als heilig angesehen, wenn eine Gemeinschaft ihm diesen Status zuschreibt und ihn über Rituale, Regeln und Tradition absichert. Die Zeit allein bewirkt das nicht. ## Wichtiger Denkfehler Die Frage setzt voraus, dass Heiligkeit wie ein Akku „aufgeladen“ wird. Genau so funktioniert Religion normalerweise nicht. Entscheidend ist nicht die Länge der Anbetung, sondern **wer** etwas als heilig anerkennt, **warum** und **in welchem religiösen Rahmen**.