Was machen Rechtsanwälte abends genau?

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Rechtsanwälte arbeiten am Abend oft weiter, weil Fristen, Gerichtstermine am Tag und Mandantenverfügbarkeit den Tag „zerstückeln“. Typische Abendaufgaben sind: - **Schriftsätze fertigstellen**: Klagen, Klageerwiderungen, Berufungsbegründungen, Anträge, Stellungnahmen – oft unter Zeitdruck wegen Fristen. - **Aktenarbeit**: Akten lesen, Beweise sortieren, Chronologien bauen, Widersprüche finden, To-do-Listen für den nächsten Schritt. - **Rechtsrecherche**: Urteile und Kommentare prüfen, Argumentationslinien entwickeln, neue Rechtsprechung einarbeiten. - **Mandantenkommunikation**: Rückrufe, E‑Mails, Besprechungen außerhalb normaler Bürozeiten (z. B. bei Berufstätigen). - **Verhandlungen vorbereiten**: Strategie, Fragenkataloge, Zeugen-/Parteivorbereitung, Vergleichsoptionen durchrechnen. - **Vergleichs- und Vertragsarbeit**: Vertragsentwürfe überarbeiten, Klauseln abstimmen, letzte Änderungen mit Gegenseite klären. - **Organisation & Kanzleimanagement**: Fristenkontrolle, Aufgaben an Mitarbeitende, Abrechnung/Zeiterfassung, Posteingang nacharbeiten. - **Fortbildung/Updates**: Fachliteratur, Webinare, interne Besprechungen – besonders in spezialisierten Bereichen. - **Notfälle/Bereitschaft (je nach Gebiet)**: Strafrecht (Festnahmen), Eilrechtsschutz, einstweilige Verfügungen, dringende familienrechtliche Themen. Wie „spät“ es wird, hängt stark vom Rechtsgebiet, der Kanzleigröße und der Rolle (angestellt/Partner/Selbstständig) ab; in Großkanzleien sind Abende häufiger länger, in kleineren Kanzleien eher phasenweise (vor Fristen/Terminen).