Verjähren Ansprüche aus einer Marketingpromotion (Bundle) nach 3 Jahren, und ab wann dürfen die Daten archiviert werden?

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In Deutschland verjähren Ansprüche aus einer Marketing‑Promotion/Bundle in der Regel nach der **regelmäßigen Verjährungsfrist von 3 Jahren** (§§ 195, 199 BGB). Die Frist beginnt **mit dem Schluss des Jahres**, in dem (1) der Anspruch entstanden ist und (2) der Anspruchsteller von den anspruchsbegründenden Umständen und der Person des Schuldners Kenntnis hatte oder ohne grobe Fahrlässigkeit hätte haben müssen. **Typische Konsequenz:** - Entsteht der Anspruch z. B. am **15.06.2023**, läuft die regelmäßige Verjährung grundsätzlich ab **31.12.2023** und endet mit Ablauf des **31.12.2026**. **Längere Fristen können gelten**, je nach Anspruchsgrundlage und Konstellation, z. B.: - **Mängel-/Gewährleistungsansprüche** aus einem Kaufvertrag: häufig **2 Jahre** ab Ablieferung (bei Bauwerken länger). - **Schadensersatz**: regelmäßig ebenfalls 3 Jahre, aber es gibt **Höchstfristen** (z. B. 10/30 Jahre) je nach Fallgestaltung. - **Arglist**/bestimmte deliktische Ansprüche können zu abweichenden (insb. längeren) Grenzen führen. - **Vertragliche Promotionbedingungen** können Fristen zur **Geltendmachung** (Ausschlussfristen) vorsehen; das ersetzt nicht automatisch die gesetzliche Verjährung, kann aber praktisch früher „zumachen“ (Wirksamkeit hängt vom Einzelfall/AGB-Recht ab). ## Ab wann dürfen Daten archiviert werden? Datenschutzrechtlich (DSGVO) gilt: **Speichern nur so lange wie erforderlich**; danach **löschen oder anonymisieren**. Für „Archivierung“ (bloßes Weglegen) braucht es weiterhin einen Zweck und eine Rechtsgrundlage. Praktisch wird für Promotions-/Bundle‑Abwicklungsdaten häufig so vorgegangen: 1) **Operative Abwicklung** (Auszahlung/Versand/Support) bis Abschluss der Promotion + Nachlauf für Reklamationen. 2) **Aufbewahrung für Rechtsverteidigung** bis zum Ablauf der **regelmäßigen Verjährung**: typischerweise **bis 31.12. des dritten Folgejahres** nach dem relevanten Ereignis/Jahr (siehe Beispiel oben). 3) **Längere Aufbewahrung**, wenn **steuer-/handelsrechtliche Aufbewahrungspflichten** greifen (z. B. Rechnungen/Buchungsbelege): dann i. d. R. **8 Jahre** (Deutschland, seit 2025 verkürzt; für bestimmte Unterlagen weiterhin 10 Jahre möglich je nach Kategorie/Übergangsregeln). In solchen Fällen sollten die Daten **getrennt** und **zugriffsbeschränkt** aufbewahrt werden (Archivzweck „Compliance“), während nicht erforderliche Marketing-/Trackingdaten gelöscht werden. **Kurzantwort:** Für reine Promotion‑Ansprüche ist **3 Jahre** der Normalfall (Beginn jeweils **31.12.** des Entstehungs-/Kenntnisjahres). Daten können typischerweise **nach Ablauf dieser Frist** gelöscht/anonymisiert werden, **sofern** keine längeren gesetzlichen Aufbewahrungspflichten (insb. Buchhaltung/Steuern) oder laufenden Streitfälle bestehen.

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