Nein. Bei einer Honorarvereinbarung nach § 2 GOZ musst du für den Bereich über 2,3 bis 3,5 im Behandlungsplan / in der Vereinbarung grundsätzlich keine Begründung angeben. Di...
Welche Begründungen für GOZ-Füllungen sind rechtssicher?
Antwort vomFür Füllungen nach GOZ sind Begründungen **nur dann rechtssicher, wenn sie konkret, patientenbezogen und leistungsbezogen** sind. Pauschale oder standardisierte Formulierungen reichen oft nicht. **Rechtssicher sind vor allem Begründungen für:** 1. **Steigerungsfaktor über 2,3** Erforderlich ist eine **individuelle Begründung** nach § 5 Abs. 2 GOZ, z. B.: - außergewöhnlich hoher Zeitaufwand - erschwerte Zugänglichkeit - starke Blutung/Speichelfluss - eingeschränkte Mundöffnung - unruhiger, ängstlicher oder nicht gut kooperierender Patient - besonders aufwendige Adhäsivtechnik - schwierige Kavitätenform oder Mehrflächenversorgung 2. **Abweichende Vereinbarung nach § 2 GOZ** Eine höhere Vergütung ist möglich, aber **nur mit schriftlicher Honorarvereinbarung vor Behandlungsbeginn**. Die Begründung muss transparent machen, dass die Regelvergütung nicht ausreicht; entscheidend ist hier aber vor allem die **formwirksame Vereinbarung**. 3. **Analogleistungen** Nur zulässig, wenn die konkrete Leistung **nicht in GOZ/GOÄ enthalten** ist und selbstständig erbracht wurde. Bei normalen Komposit- oder Amalgamfüllungen ist eine Analogberechnung meist **nicht** rechtssicher. **Nicht rechtssicher sind meist:** - „erhöhter Aufwand“ - „erschwerte Bedingungen“ - „Zeitaufwand“ - „schwierige Behandlung“ - reine Wiederholung des Gesetzestextes - allgemeine Praxisstandards ohne Patientenbezug **Rechtssichere Begründungen müssen erkennen lassen:** - **was** genau erschwert war, - **warum** das bei diesem Patienten vorlag, - **welche** konkrete Leistung dadurch aufwendiger war. **Beispiel eher tragfähig:** „Kompositfüllung 26 mesio-okklusal unter erschwerten Bedingungen wegen stark eingeschränkter Mundöffnung, subgingivaler Kavität und deutlich erhöhtem Trockenlegungsaufwand.“ **Beispiel eher nicht tragfähig:** „Erhöhter Zeitaufwand bei schwieriger Füllung.“ Maßgeblich sind insbesondere **§ 5 GOZ** und bei Honorarvereinbarungen **§ 2 GOZ**. Für wirklich belastbare Formulierungen im Streit mit PKV oder Beihilfe ist außerdem die aktuelle Rechtsprechung und Kommentarliteratur entscheidend.