Warum werden beim Enkeltrick keine Täternamen genannt?

Antwort vom

**Weil die Namen beim Enkeltrick meist weder für die Warnung der Öffentlichkeit nötig noch rechtlich unproblematisch sind: Solange Täter nicht rechtskräftig identifiziert oder verurteilt sind, überwiegen in Deutschland Persönlichkeitsrechte und die Unschuldsvermutung.** Der Presserat erlaubt identifizierende Berichterstattung über Verdächtige nur bei einem überwiegenden öffentlichen Interesse; zugleich schützt der Pressekodex Betroffene und warnt vor vorverurteilender Berichterstattung. ([presserat.de](https://www.presserat.de/redaktionsdatenschutz.html)) Dazu kommt ein praktischer Punkt: Beim Enkeltrick sitzen die Täter oft in größeren Banden, arbeiten mit falschen Identitäten, Callcentern, Geldabholern und ständig wechselnden Rollen. Ein veröffentlichter Name wäre deshalb häufig gar nicht verlässlich oder würde nur einen vorgeschobenen Beteiligten treffen, nicht die eigentlichen Hintermänner. Die Polizei warnt vor genau solchen organisierten, anpassungsfähigen Betrugsmaschen. ([polizei-beratung.de](https://www.polizei-beratung.de/presse/detailseite/falsche-enkel-echte-gefahr-telefonbetrug-rechtzeitig-durchschauen/)) Der entscheidende Unterschied ist also: **Die Masche wird öffentlich erklärt, die Person meist nicht.** Für den Schutz potenzieller Opfer ist wichtiger, wie der Betrug abläuft, als wie ein mutmaßlicher Täter heißt. Namen werden eher dann genannt, wenn jemand bereits rechtskräftig verurteilt ist oder eine Fahndung mit konkretem öffentlichen Interesse läuft. Diese Zurückhaltung soll Fehlidentifizierungen, Vorverurteilung und zusätzliche Schäden verhindern. ([presserat.de](https://www.presserat.de/redaktionsdatenschutz.html))

Verwandte Fragen

Wo gibt es in Oberbayern Beratung zum Opferschutz?

In Oberbayern gibt es mehrere offizielle Anlaufstellen für Beratung zum Opferschutz: Beauftragte der Polizei für Kriminalitätsopfer Polizeipräsidium Oberbayern Süd (Rosenheim)...