Das Grundgesetz gilt in erster Linie für den deutschen Staat und für alle Menschen, die sich im Geltungsbereich Deutschlands befinden – aber nicht jedes Recht daraus gilt für jede...
Ist der Einsatz der Bundeswehr im Innern nach Art. 35 GG umstritten?
Antwort vomJa, das ist umstritten – aber weniger wegen **Art. 35 GG an sich**, sondern wegen der **Abgrenzung** zu anderen, deutlich sensibleren Einsatzgrundlagen. **Warum Art. 35 GG vergleichsweise „weniger“ umstritten ist** - **Art. 35 GG** regelt **Amtshilfe** (Abs. 1) und **Katastrophenhilfe** (Abs. 2 und 3). In diesen Fällen darf die Bundeswehr im Inland unterstützen, typischerweise **logistisch/technisch** (z.B. Transport, Pionierhilfe, Sanitätsunterstützung, ABC-Abwehr, Lagebilder). - Politisch und verfassungsrechtlich ist das grundsätzlich akzeptiert, weil es **keine „Polizeiaufgabe“** im engeren Sinn sein soll. **Wo die Kontroverse tatsächlich liegt** - Streit entsteht bei der Frage, **wie weit** die Bundeswehr im Rahmen von Art. 35 gehen darf, insbesondere: - **Darf sie Zwang/Bewaffnung einsetzen?** - **Wann ist eine Lage wirklich eine „Katastrophe“ bzw. ein „besonders schwerer Unglücksfall“?** - **Wann kippt Unterstützung in eine sicherheitspolizeiliche Aufgabe**, die eigentlich der Polizei vorbehalten ist - Besonders umstritten sind Einsätze mit **militärischen Mitteln** im Inland. Das wird eher mit **Art. 87a GG** (innerer Notstand/Schutz ziviler Objekte) und den dazu entwickelten verfassungsrechtlichen Grenzen diskutiert – und ist politisch deutlich sensibler als klassische Katastrophenhilfe. **Kurzfazit** - **Katastrophen-/Amtshilfe nach Art. 35 GG**: im Grundsatz anerkannt, aber **Grenzfragen** (Definition der Lage, Intensität der Mittel, Zwangsbefugnisse) sind umstritten. - **„Bundeswehr als Sicherheitsakteur im Innern“**: deutlich stärker umstritten und meist **nicht** der typische Art.-35-Fall. Offizielle Norm: https://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_35.html