Darf ich in einem nicht angeschlossenen Systemkamin eine Feuerstelle mit Bioethanol nutzen?
Antwort vom**Ja, technisch geht das oft – sinnvoll und risikolos ist es meist trotzdem nicht. Ein Bioethanol-Brenner in einem ungenutzten Systemkamin braucht zwar in der Regel keinen Schornsteinanschluss, belastet aber die Raumluft direkt und kann im bestehenden Kamin zusätzliche Brand- und Hitzeschäden verursachen, wenn Aufbau und Materialien dafür nicht geeignet sind.** ([umweltbundesamt.de](https://www.umweltbundesamt.de/themen/ethanol-feuerstellen-belasten-innenraumluft)) ## Der entscheidende Punkt Ein Bioethanol-Kamin ist keine „normale“ angeschlossene Feuerstätte. Die Abgase gehen nicht in den Schornstein, sondern in den Raum. Genau das ist der Hauptnachteil: Beim Verbrennen entstehen nicht nur Wasser und CO₂, sondern je nach Brennstoff und Verbrennung auch weitere Schadstoffe, die die Innenraumluft belasten. Das Umweltbundesamt rät deshalb grundsätzlich von solchen Ethanol-Feuerstellen in Innenräumen ab. ([umweltbundesamt.de](https://www.umweltbundesamt.de/themen/ethanol-feuerstellen-belasten-innenraumluft)) Praktisch heißt das für dich: Der vorhandene Systemkamin macht die Sache nicht automatisch sicherer. Wenn der Bioethanol-Einsatz nicht an eine echte Abgasführung angeschlossen ist, bleibt es eine raumluftbelastende offene Feuerquelle im Wohnraum. ([umweltbundesamt.de](https://www.umweltbundesamt.de/themen/ethanol-feuerstellen-belasten-innenraumluft)) ## Was viele falsch einschätzen Der stillgelegte Kaminzug ist nicht einfach ein „sicherer Schacht für irgendein Feuer“. Ein Systemkamin ist immer auf eine bestimmte Feuerstätte, Temperaturklasse und Betriebsweise ausgelegt. Für klassische Kaminöfen ist vor Inbetriebnahme eine Prüfung bzw. Abnahme durch den Bezirksschornsteinfeger nötig; bei einer dekorativen Ethanol-Feuerstelle entfällt das oft gerade deshalb, weil sie keine Abgasanlage nutzt – nicht weil sie automatisch unproblematisch wäre. ([schornsteinfeger.de](https://www.schornsteinfeger.de/kaminofen-im-neubau-planen.aspx)) Der kritische Unterschied ist also: - **angeschlossener Kaminofen:** Abgase gehen über zugelassene Abgasanlage nach außen - **Bioethanol-Einsatz ohne Anschluss:** Abgase und Feuchte bleiben im Raum ([schornsteinfeger.de](https://www.schornsteinfeger.de/kaminofen-im-neubau-planen.aspx)) ## Wann es problematisch oder unzulässig werden kann Problematisch wird es vor allem dann, wenn du im bestehenden Kaminumbau einfach irgendeinen Ethanol-Brenner einsetzt. Das kann scheitern an: - fehlender Zulassung des Geräts für den Innenraum - ungeeigneten Abständen zu brennbaren Bauteilen - Wärmestau in der Kaminverkleidung - nicht dafür ausgelegten Materialien im Feuerraum - fehlender Frischluft und zusätzlicher Feuchte-/CO₂-Belastung im Raum ([umweltbundesamt.de](https://www.umweltbundesamt.de/themen/ethanol-feuerstellen-belasten-innenraumluft)) Gerade der Wärmestau wird oft unterschätzt: Ein alter oder stillgelegter Kamin sieht massiv und „feuerfest“ aus, aber Verkleidung, Dämmung, Einbauteile oder angrenzende Konstruktionen müssen nicht für einen nachträglich eingesetzten Ethanolbrenner geeignet sein. Das ist der Punkt, an dem Bastellösungen gefährlich werden. ## Klare Empfehlung Wenn du das im Wohnraum nutzen willst, **baue keine freie Bioethanol-Feuerstelle in den stillgelegten Systemkamin ein, ohne vorher die Herstellerfreigabe des Kaminsystems und eine Einschätzung des Bezirksschornsteinfegers einzuholen**. Auch wenn formal nicht jede Ethanol-Feuerstelle abnahmepflichtig ist, ist die bauliche Situation deines Kamins der entscheidende Risikofaktor. ([schornsteinfeger.de](https://www.schornsteinfeger.de/kaminofen-im-neubau-planen.aspx)) Die fachlich saubere Lösung ist entweder: - ein **zugelassener Dekoeinsatz**, der ausdrücklich für genau diesen Einbauort geeignet ist, oder - besser gleich eine **echte, zugelassene Feuerstätte mit passendem Anschluss**, wenn du nicht nur Optik, sondern auch sichere Nutzung willst. ([schornsteinfeger.de](https://www.schornsteinfeger.de/kaminofen-im-neubau-planen.aspx)) Der wenig bekannte, aber wichtige Punkt: Der ungenutzte Kaminzug bringt dir bei Bioethanol fast keinen Sicherheitsgewinn, solange die Feuerstelle nicht tatsächlich an eine dafür geeignete Abgasführung angeschlossen ist. Genau deshalb wirkt die Lösung oft sicherer, als sie in Wirklichkeit ist. ([umweltbundesamt.de](https://www.umweltbundesamt.de/themen/ethanol-feuerstellen-belasten-innenraumluft))