Warum nahm Marshall Rosenberg Geld, obwohl in der Gewaltfreien Kommunikation Freiwilligkeit betont wird?

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Marshall Rosenberg, der Begründer der Gewaltfreien Kommunikation (GFK), hat das Thema Geld und Bezahlung in seinen Seminaren und Schriften immer wieder thematisiert. Sein Ansatz war, dass Geben und Nehmen auf freiwilliger Basis geschehen soll – also aus dem Wunsch heraus, zum Wohl des anderen beizutragen, und nicht aus Pflichtgefühl, Schuld oder Angst. Trotzdem hat Rosenberg für seine Seminare und Beratungen Geld angenommen. Der Grund dafür ist, dass auch er Bedürfnisse hatte, zum Beispiel für Unterkunft, Essen, Reisen und die Weiterführung seiner Arbeit. Er hat betont, dass es wichtig ist, dass auch die Bedürfnisse derjenigen, die geben (in diesem Fall er selbst), berücksichtigt werden. Rosenberg hat oft versucht, die Bezahlung so zu gestalten, dass sie auf Freiwilligkeit und Wertschätzung basiert. In manchen Fällen hat er Teilnehmer gebeten, das zu geben, was sie freiwillig und aus Dankbarkeit geben möchten oder können. In anderen Fällen gab es empfohlene Beiträge, aber immer mit der Möglichkeit, nach eigenem Ermessen zu zahlen. Sein Ziel war es, einen Ausgleich zu schaffen, bei dem sowohl die Bedürfnisse der Gebenden als auch der Empfangenden respektiert werden. Das Prinzip der Freiwilligkeit bezog sich also nicht darauf, dass alles kostenlos sein muss, sondern dass Geben und Nehmen aus freien Stücken und mit gegenseitigem Respekt geschieht. Mehr zu Marshall Rosenberg und Gewaltfreier Kommunikation findest du z.B. auf der offiziellen Seite: https://www.cnvc.org/

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