Psychodynamisch werden Scham und Schuld nicht „wegtherapiert“, sondern verstanden, differenziert und in einer tragfähigen Beziehung bearbeitet: Scham betrifft meist das Selbst (&bdquo...
Ich habe mich für den Tod meiner Mutter an jemandem gerächt und konnte mir kein eigenes Glück erlauben, weil ich vor Schmerz völlig neben mir war – wie kann ich damit umgehen?
Antwort vomDas, was du beschreibst, klingt nach einer Mischung aus tiefer Trauer, Überforderung und Schuld – und nach einem Zustand, in dem Schmerz das Denken und Handeln so stark bestimmt, dass man Dinge tut, die man später kaum mit sich vereinbaren kann. In so einer Lage ist es häufig, dass man sich „kein Glück erlauben“ kann: Nicht weil man es objektiv nicht dürfte, sondern weil das innere System auf Alarm steht (Bindungsverlust, Ohnmacht, Wut) und sich Glück wie Verrat anfühlt. Wichtig ist die klare Trennung: - **Erklärbar** heißt nicht **gerechtfertigt**. Dass du „völlig neben dir“ warst, kann erklären, warum du so gehandelt hast – es macht die Tat aber nicht automatisch richtig oder folgenlos. - Dass du dich zerstört fühlst, passt zu **komplizierter Trauer** und **Trauma-Reaktionen**: Grübeln, Selbstbestrafung, emotionale Taubheit, Wutausbrüche, Schlafprobleme, Flashbacks, starke Schuld- oder Schamgefühle. Wenn mit „gerächt“ **Gewalt** oder eine **Straftat** gemeint ist, ist das zusätzlich ein rechtlich und moralisch hochriskanter Bereich. Dann ist es entscheidend, dass du **sofort** professionelle Hilfe bekommst – nicht als „Strafe“, sondern um weitere Eskalation zu verhindern und einen Weg zu finden, Verantwortung zu übernehmen, ohne dich komplett zu vernichten. Wenn du gerade Angst hast, dir oder anderen etwas anzutun, hol dir **sofort** Hilfe: - **Notruf 112** (Deutschland, akut) - **TelefonSeelsorge**: https://www.telefonseelsorge.de (24/7; Telefon/Chat) - **Krisendienst Bayern** (falls Bayern): https://www.krisendienste.bayern (24/7) In der Sache selbst: Ja – es ist plausibel, dass du in massivem Schmerz „nicht du selbst“ warst und dir Glück nicht erlauben konntest. Der Ausweg liegt meist in drei Schritten: **Trauer wirklich bearbeiten**, **Schuld/Verantwortung klar einordnen** (ohne Selbstzerstörung), und **neue Grenzen** lernen, damit Schmerz nicht wieder in Handlungen kippt, die du bereust.
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