Sind Kinder noch zu retten, wenn sie schon mit 6 lernen, dass nur Geld im Leben zählt?

Antwort vom

Ja — oft schon. Aber nicht durch Predigten, sondern durch andere Erfahrungen, Beziehungen und klare Grenzen. Ein 6-jähriges Kind hat noch kein festes Weltbild. In dem Alter werden Haltungen meist übernommen, nicht wirklich verstanden. Das heißt: Was gelernt wurde, kann auch wieder verlernt oder korrigiert werden. Wichtig ist vor allem: - **Vorleben statt Belehren**: Das Kind muss erleben, dass Hilfsbereitschaft, Fairness, Zuneigung und Respekt ebenfalls zählen. - **Sprache im Umfeld**: Wenn Erwachsene ständig nur über Geld, Status und Vorteil sprechen, prägt das stark. - **Grenzen setzen**: Nicht jeder Wunsch darf mit Geld oder Belohnung verknüpft werden. - **Empathie fördern**: Teilen, Rücksicht, Dankbarkeit und echte Beziehungen müssen konkret eingeübt werden. - **Bindung und Sicherheit**: Kinder, die sich emotional sicher fühlen, hängen meist weniger an materiellen Maßstäben. - **Früh gegensteuern**: Mit 6 ist das deutlich leichter als mit 16. Problematisch wird es eher, wenn das gesamte Umfeld dem Kind dauerhaft vermittelt, dass Menschen nur nach Nutzen und Geldwert zu beurteilen sind. Dann verfestigt sich das mit der Zeit. Kurz: **Ja, solche Kinder sind in aller Regel noch zu erreichen.** Mit 6 ist noch sehr viel formbar. Entscheidend ist, was sie ab jetzt regelmäßig erleben.

Kategorie: Psychologie Tags: Kinder Geld Werte

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