Ist es ein gutes Zeichen, wenn ein Kapitän seekrank ist, ein Käpt’n Flugangst hat und „Der Pilot, der den Berg übersah“ gelesen hat?
Antwort vom**Nein – das ist eher ein Warnsignal als ein gutes Zeichen, weil es auf fehlende Eignung, Stressanfälligkeit oder schlechten Umgang mit Verantwortung hindeutet.** Seekrankheit beim Kapitän und Flugangst beim Piloten sind nicht automatisch Ausschlusskriterien, aber in genau diesen Berufen ist entscheidend, ob jemand unter Belastung handlungsfähig bleibt. Wer schon durch die Grundsituation seines Jobs stark beeinträchtigt wird, hat ein echtes Problem: In kritischen Momenten zählt nicht Mut, sondern stabile Leistung. Das Buchbeispiel ist zusätzlich kein „Zeichen“, sondern eher schwarzer Humor: Wer als Pilot ausgerechnet eine Geschichte über einen folgenschweren Navigations- oder Wahrnehmungsfehler liest, wirkt nicht vertrauenerweckend, nur weil er das Buch kennt. Entscheidend ist nicht, was jemand liest, sondern ob er Fehlerquellen erkennt, Standards einhält und unter Druck sauber entscheidet. Der wichtige Unterschied: Angst oder Übelkeit zu haben ist menschlich. Gefährlich wird es dann, wenn die Person trotzdem eine Rolle ausübt, in der genau diese Schwäche im Ernstfall andere mitgefährdet. Genau deshalb wären solche Hinweise im echten Leben eher Anlass für Zweifel als für Beruhigung.