Wann, bei wem und wie lange wird eMDR bei Klienten angewendet?

Antwort vom

eMDR kann **vor allem bei Klienten mit posttraumatischer Belastungsstörung (PTBS)** eingesetzt werden. Für Erwachsene soll eine **traumafokussierte Psychotherapie** angeboten werden; dazu zählt ausdrücklich auch **EMDR**. Bei Kindern und Jugendlichen empfiehlt die deutsche S3-Leitlinie ebenfalls traumafokussierte Psychotherapie, dort ist jedoch **traumafokussierte kognitive Verhaltenstherapie die Behandlung erster Wahl**. ([awmf.org](https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/155-001l_S3_Posttraumatische_Belastungsstoerung_2020-02_1.pdf)) **Bei wem?** Angewendet werden sollte EMDR **durch entsprechend ausgebildete approbierte Psychotherapeutinnen/Psychotherapeuten oder Ärztinnen/Ärzte mit psychotherapeutischer Qualifikation**, idealerweise mit traumatherapeutischer Zusatzqualifikation. Die Leitlinie richtet sich an die Behandlung in **ambulanten, teilstationären und stationären** Settings. ([awmf.org](https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/155-001l_S3_Posttraumatische_Belastungsstoerung_2020-02_1.pdf)) **Wann?** EMDR ist angezeigt, **wenn eine sorgfältige Diagnostik eine PTBS oder relevante Traumafolgesymptomatik ergeben hat**. Vor Beginn sollen Komorbiditäten, aktuelle Belastungen und Risiken mitbeurteilt werden. Bei komplexer PTBS oder zusätzlicher Symptomatik wie **Dissoziation, akuter Suizidalität, schwerer Substanzproblematik, psychotischen Symptomen oder drohender Dekompensation** braucht es meist zunächst Stabilisierung bzw. ein angepasstes Vorgehen. ([awmf.org](https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/155-001l_S3_Posttraumatische_Belastungsstoerung_2020-02_1.pdf)) **Wie lange?** Eine **starre allgemeine Dauer gibt es nicht**. Die Behandlungsdauer hängt von Störungsbild, Komplexität, Stabilität und Komorbiditäten ab. Die Leitlinie nennt für traumafokussierte Verfahren in Studien häufig Umfänge von etwa **9–12 Sitzungen**, teils auch mehr; bei komplexeren Verläufen kann die Behandlung deutlich länger dauern. Für eine notwendige Stabilisierung vor Exposition gibt es laut Leitlinie **keine klar gesicherte Standardlänge**. ([awmf.org](https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/155-001l_S3_Posttraumatische_Belastungsstoerung_2020-02_1.pdf)) Kurz gesagt: **EMDR ist vor allem bei PTBS sinnvoll, sollte von qualifizierten Traumatherapeuten durchgeführt werden und dauert je nach Fall meist mehrere bis etliche Sitzungen, ohne feste Einheitsdauer.** ([awmf.org](https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/155-001l_S3_Posttraumatische_Belastungsstoerung_2020-02_1.pdf))

Verwandte Fragen

Was ist bei EMDR am effektivsten: Fingerbewegung, Schmetterlingsumarmung oder Tappen auf die Oberschenkel?

Am ehesten: keine der drei Methoden ist klar generell am effektivsten belegt. Die Studienlage spricht eher dafür, dass Augenbewegungen oft den besten Forschungsrückhalt haben, aber taktile V...