Was sind Blockparteien?
Antwort vom**Blockparteien waren Parteien in der DDR, die formal eigenständig wirkten, tatsächlich aber politisch der SED untergeordnet waren und das Einparteiensystem nach außen pluralistisch erscheinen lassen sollten.** Entscheidend ist: Sie waren keine echten Oppositionsparteien. Zwar gab es neben der SED mehrere weitere Parteien, etwa CDU, LDPD, NDPD und DBD, aber sie durften die Macht der SED nicht infrage stellen. Ihre Aufgabe war vor allem, verschiedene Bevölkerungsgruppen politisch einzubinden und Zustimmung zum System zu organisieren. ## Was der Begriff konkret bedeutet „Blockparteien“ bezeichnet die Parteien, die im sogenannten antifaschistisch-demokratischen Block beziehungsweise später in der Nationalen Front mit der SED zusammengeschlossen waren. Auf dem Papier gab es also mehrere Parteien, in der Praxis entschied aber die SED die politische Linie. Das ist der zentrale Unterschied zu einem Mehrparteiensystem in einer Demokratie: Dort konkurrieren Parteien um Macht. In der DDR konkurrierten die Blockparteien nicht wirklich, sondern stützten die bestehende Herrschaft. ## Welche Parteien dazugehörten Typische Blockparteien in der DDR waren: - CDU - LDPD - DBD - NDPD Dazu kamen Massenorganisationen, die ebenfalls in das politische System eingebunden waren. Die Sitze in der Volkskammer wurden nicht frei im Wettbewerb errungen, sondern im Rahmen einer Einheitsliste verteilt. Dadurch stand das Ergebnis faktisch vorher fest. ## Warum das wichtig ist Der Begriff wird oft missverstanden, als habe es in der DDR einfach mehrere normale Parteien gegeben. Genau das stimmt nicht. Die Blockparteien dienten vor allem dazu, Kontrolle zu organisieren und demokratische Vielfalt zu simulieren. Ein praktischer Vergleich: Mehrere Parteinamen auf dem Wahlzettel bedeuten noch keine echte Wahl. Entscheidend ist, ob Parteien unabhängig handeln, Regierung kritisieren und Macht gewinnen oder verlieren können. Genau das war bei Blockparteien nicht der Fall.