Was ist das Sicherheitsdilemma nach John Herz?

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Das Sicherheitsdilemma ist ein Konzept aus der internationalen Beziehungen, das von John Herz in den 1950er Jahren formuliert wurde. Es beschreibt eine Situation, in der Maßnahmen eines Staates zur Erhöhung seiner eigenen Sicherheit unbeabsichtigt die Sicherheit anderer Staaten gefährden. Dies kann zu einem Teufelskreis von Rüstungswettläufen und Misstrauen führen. Hier sind die zentralen Punkte des Sicherheitsdilemmas: 1. **Selbstschutz**: Ein Staat fühlt sich durch externe Bedrohungen unsicher und beschließt, seine militärischen Fähigkeiten zu stärken, um sich zu schützen. 2. **Reaktion anderer Staaten**: Die Aufrüstung eines Staates wird von anderen Staaten als Bedrohung wahrgenommen. Um ihre eigene Sicherheit zu gewährleisten, beginnen auch diese Staaten, ihre militärischen Kapazitäten zu erhöhen. 3. **Teufelskreis**: Dieser Prozess kann zu einem Rüstungswettlauf führen, in dem jeder Staat versucht, sich gegen die wahrgenommene Bedrohung zu wappnen, was letztlich die Sicherheit aller Staaten verringert. 4. **Missverständnisse**: Oft basieren die Reaktionen auf Missverständnissen oder Fehlinformationen über die Absichten anderer Staaten, was das Dilemma weiter verschärft. Das Sicherheitsdilemma verdeutlicht die Schwierigkeiten, die Staaten haben, um in einer anarchischen internationalen Ordnung Sicherheit zu erlangen, und zeigt, wie defensive Maßnahmen als offensive Bedrohungen interpretiert werden können.

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