Wie ist die Aussage zur Morandibrücke zu bewerten, dass eine Sperrung unmöglich gewesen sei, weil das Geld fehlte?

Antwort vom

Die Aussage wirkt auf mich wie eine **schwache Rechtfertigung**. Eine Brückensperrung scheitert normalerweise nicht daran, dass „Geld für die Sperrung“ fehlt. Eine Sperrung ist im Vergleich zu einem möglichen Einsturz organisatorisch und finanziell eher eine **Notmaßnahme**, nicht das eigentliche Kostenproblem. Der teure Teil ist meist Sanierung, Ersatzbau oder langfristige Verkehrslenkung — nicht das bloße Schließen. Der entscheidende Punkt ist daher: **Wenn eine akute Gefahr bekannt oder ernsthaft möglich war, hätte Sicherheit Vorrang haben müssen.** Dann überzeugt das Argument „kein Geld für die Sperrung“ kaum. Als politische oder mediale Aussage kann das wie ein Versuch klingen, **Verantwortung nachträglich zu relativieren**. Sachlich plausibler wäre allenfalls: Eine Sperrung hätte enorme Folgekosten und Verkehrsprobleme ausgelöst. Aber das ist etwas anderes als zu behaupten, sie sei „nicht möglich“ gewesen. Kurzurteil: **Als Begründung klingt die Aussage wenig glaubwürdig und moralisch problematisch.** Sicherheit von Menschenleben steht über Kostenargumenten.