Dreht sich die Pendelebene am Äquator unter dem Pendel?

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**Ja – aber am Äquator dreht sich die Pendelebene relativ zum Boden gar nicht. Der entscheidende Punkt ist: Dort ist die Erdrotation für das Foucault-Pendel in dieser Hinsicht genau „seitlich“ und erzeugt keine Drehung der Schwingungsebene gegenüber dem Untergrund.** ## Warum Ein Foucault-Pendel zeigt nicht einfach die Erdrotation insgesamt, sondern nur den Anteil der Erdrotation, der zur lokalen Vertikalen beiträgt. Am Nord- oder Südpol ist dieser Anteil maximal: Der Boden dreht sich unter dem Pendel in 24 Stunden einmal vollständig weg. Deshalb scheint sich die Schwingungsebene dort einmal pro Tag zu drehen. Am Äquator ist dieser Anteil null. Die Erdachse liegt dort aus Sicht des Standorts horizontal, nicht vertikal. Deshalb gibt es keine Drehung der Schwingungsebene relativ zum Boden. ## Was dreht sich dann überhaupt Im Inertialsystem bleibt die Schwingungsebene des Pendels näherungsweise fest. Gleichzeitig rotiert die Erde weiter. Trotzdem ergibt sich am Äquator keine beobachtbare Drehung der Pendelebene gegen den Boden, weil die lokale Vertikalrichtung dort so zur Erdrotation steht, dass der Foucault-Effekt verschwindet. ## Der klare Unterschied Die Drehgeschwindigkeit der Pendelebene relativ zum Boden ist **Ω · sin(Breitengrad)** Darum gilt: - **am Äquator: sin(0°) = 0 → keine Drehung** - **in Deutschland: spürbare, aber langsamere Drehung als am Pol** - **am Pol: sin(90°) = 1 → maximale Drehung** ## Häufiges Missverständnis „Die Erde dreht sich doch überall unter dem Pendel“ ist als Alltagssatz zwar verständlich, für das Foucault-Pendel aber zu grob. Entscheidend ist nicht, **ob** sich die Erde dreht, sondern **um welchen Anteil der Rotationsachse sich der Boden um die lokale Lotrichtung dreht**. Genau dieser Anteil ist am Äquator null.