Bei Kant ist der Wille das Vermögen, nach vernünftigen Prinzipien zu handeln. Kurz: Wille = vernünftige Selbstbestimmung Er ist nicht bloß Wunsch oder Trieb Moralisch gut ist der...
Kants Meinung zu Mord?
Antwort vom**Für Kant ist Mord eindeutig moralisch verboten, weil ein Mensch niemals bloß als Mittel benutzt werden darf und die vorsätzliche Tötung genau das tut.** ([plato.stanford.edu](https://plato.stanford.edu/archives/sum2010/entries/kant-moral/)) Kants Kernidee ist nicht: „Mord ist schlecht, weil die Folgen schlimm sind“, sondern: Mord ist schon im Prinzip falsch. Wer mordet, macht den anderen zum Werkzeug für eigene Zwecke und verletzt damit Kants Grundsatz, die Menschheit in jeder Person immer auch als Zweck an sich zu achten. ([plato.stanford.edu](https://plato.stanford.edu/archives/sum2010/entries/kant-moral/)) ## Warum das bei Kant so strikt ist Kant beurteilt Handlungen nach dem Prinzip, nach dem man handelt. Ein Prinzip wie „Ich darf töten, wenn es mir nützt“ könnte nach seiner Logik kein allgemeines Moralgesetz sein. Genau deshalb ist Mord für ihn nicht nur unerlaubt, sondern ein klarer Bruch des Sittengesetzes. ([plato.stanford.edu](https://plato.stanford.edu/archives/sum2010/entries/kant-moral/)) Der wichtige Unterschied zu vielen heutigen Alltagsurteilen: Kant argumentiert nicht primär über Gefühle, Mitleid oder Nutzen, sondern über Würde, Vernunft und Pflicht. Das macht seine Position besonders streng. ## Der oft verwechselte Punkt Kant ist nicht einfach gegen Mord, aber automatisch gegen jede staatliche Tötung im selben Sinn. In seiner Rechtsphilosophie vertritt er sogar eine harte Straftheorie und befürwortet für den Mörder die Todesstrafe, weil Strafe für ihn aus Schuld folgen muss und nicht bloß der Abschreckung dienen darf. ([plato.stanford.edu](https://plato.stanford.edu/archives/spr2014/entries/kant-social-political/)) Das ist der überraschende, aber entscheidende Unterschied: **Privater Mord ist für Kant ein radikales Unrecht; staatliche Bestrafung behandelt er als Rechtsfrage, nicht als dieselbe moralische Handlung.** Genau dieser Punkt wird in kurzen Zusammenfassungen oft weggelassen. ([plato.stanford.edu](https://plato.stanford.edu/archives/spr2014/entries/kant-social-political/)) Ein bekanntes Beispiel für seine Strenge ist auch der Fall des „Mörders an der Tür“: Kant gilt als so konsequent, dass er selbst Lügen ausnahmslos problematisch behandelt, sogar wenn dadurch ein Verfolger getäuscht würde. Das zeigt, wie absolut seine Pflichtethik angelegt ist. ([plato.stanford.edu](https://plato.stanford.edu/archives/sum2010/entries/kant-moral/))
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