Johnny Cash lässt sich nicht eindeutig als reaktionär, progressiv oder apolitisch einordnen. Sein Leben und Werk zeigen Facetten aller drei Haltungen: - **Progressiv:** Cash setzte sich in seinen Liedern und öffentlich für die Rechte von Gefangenen („At Folsom Prison“), amerikanischen Ureinwohnern („Bitter Tears: Ballads of the American Indian“) und sozial Benachteiligten ein. Er kritisierte soziale Missstände und zeigte Empathie für gesellschaftliche Außenseiter. - **Reaktionär:** Gleichzeitig war Cash tief im konservativen, christlich geprägten Süden der USA verwurzelt. Er hatte eine patriotische Ader, unterstützte amerikanische Soldaten und zeigte Respekt für traditionelle Werte. - **Apolitisch:** Cash selbst betonte oft, dass er kein politischer Mensch sei. Er vermied es, sich klar einer Partei oder Ideologie zuzuordnen, und wollte vor allem Geschichten erzählen und Menschen erreichen. Fazit: Johnny Cash war ein vielschichtiger Künstler, der sich nicht auf ein politisches Etikett reduzieren lässt. Seine Haltung war geprägt von Mitgefühl, Gerechtigkeitssinn und einer gewissen Unabhängigkeit von politischen Lagern.