Ein „dauerhafter Orgasmus“ ist nicht normal und muss ärztlich abgeklärt werden, weil dahinter oft keine sexuelle Erregung, sondern eine Nerven-, Gefäß-, Medikamenten-...
Was passiert beim Orgasmus der Frau im Körper?
Antwort vomBeim Orgasmus der Frau laufen im Körper gleichzeitig nervale, muskuläre, hormonelle und kreislaufbezogene Prozesse ab: - **Auslösung im Nervensystem:** Reize aus Klitoris, Vagina, Vulva, Beckenboden und auch aus psychischen Faktoren werden über Nervenbahnen (u. a. Pudendusnerv) ans Rückenmark und Gehirn geleitet. Dort werden Belohnungs- und Emotionsnetzwerke stark aktiviert; die bewusste Kontrolle nimmt oft kurz ab. - **Muskelkontraktionen (das „Orgasmus-Muster“):** Es kommt zu **rhythmischen, unwillkürlichen Kontraktionen** vor allem von - **Beckenbodenmuskulatur** (v. a. Pubococcygeus-Anteile), - **Vagina** (vaginale/uterine Umgebung), - häufig auch **Uterus**. Typisch sind **Kontraktionsserien im Abstand von etwa 0,8 Sekunden**, oft mehrere Wellen hintereinander. Diese Kontraktionen können als pulsierend/krampfartig oder als starke Entladung empfunden werden. - **Kreislauf und Atmung:** **Herzfrequenz, Blutdruck und Atemfrequenz** steigen deutlich an. Die Durchblutung im Genitalbereich ist hoch; die Schwellkörper der Klitoris sind stark gefüllt, die Vulva kann anschwellen. - **Neurochemie/Hormone:** Während und nach dem Orgasmus werden u. a. **Oxytocin**, **Endorphine** und **Prolaktin** vermehrt ausgeschüttet. Das begünstigt Entspannung, Wohlgefühl, Schläfrigkeit und bei vielen auch ein Gefühl von Nähe/Bindung. Dopamin- und Serotonin-Systeme sind beteiligt (Belohnung/Entspannung). - **Schmerz- und Stressmodulation:** Endorphine und die starke zentrale Aktivierung können **Schmerzempfinden vorübergehend senken** und Stress reduzieren. - **„Afterglow“ und Refraktärphase:** Viele erleben danach eine **Entspannungsphase**. Im Unterschied zu vielen Männern können manche Frauen **relativ schnell erneut erregbar** sein und auch **multiple Orgasmen** haben; andere brauchen eine Pause—das ist individuell. - **Ejakulation/Squirting (nicht bei allen):** - **Weibliche Ejakulation**: geringe Mengen milchig/weißlicher Flüssigkeit aus Drüsen nahe der Harnröhre (paraurethrale/„Skene“-Drüsen) können auftreten. - **Squirting**: größere Flüssigkeitsmengen, die überwiegend aus der **Harnblase** stammen können (mit variabler Beimischung). Beides ist normal, aber **nicht notwendig** für einen „richtigen“ Orgasmus. Wichtig: Orgasmen können sich stark unterscheiden (klitoral, vaginal, gemischt, durch andere Reize), und nicht jede Frau hat bei jedem Orgasmus die gleichen körperlichen Zeichen.
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