Kann der männliche Schließmuskel beim Optilume-Einsatz beschädigt werden?

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**Eine dauerhafte Beschädigung des männlichen Schließmuskels durch Optilume ist nach der bisherigen Datenlage nicht die typische oder erwartete Komplikation. Entscheidend ist aber: Wenn die Engstelle im membranösen/sphinkternahen Bereich liegt, besteht grundsätzlich ein Kontinenzrisiko durch die Lokalisation selbst – nicht speziell nur durch „Optilume“.** ([pubmed.ncbi.nlm.nih.gov](https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/41375672/)) ## Was die bisherigen Daten zeigen Für die klassische Optilume-Anwendung bei vorderen/bulbären Harnröhrenstrikturen berichten Studien überwiegend milde, vorübergehende Nebenwirkungen wie Dysurie, Harnwegsinfekt oder Blut im Urin; eine Schließmuskelverletzung fällt nicht als typische Komplikation auf. Auch eine aktuelle Übersichtsarbeit beschreibt insgesamt eine eher niedrige Komplikationsrate, meist mit leichten und temporären Ereignissen. ([pubmed.ncbi.nlm.nih.gov](https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/39712830/)) Besonders relevant für deine Frage ist eine neuere Fallserie zu **membranösen/sphinkterischen** Strikturen, also genau dem Bereich des männlichen äußeren Schließmuskels. Dort wurde Optilume gezielt in 53 Fällen eingesetzt; laut Publikation trat **keine neu entstandene Inkontinenz** auf. Das spricht klar gegen eine häufige direkte Schließmuskelschädigung durch das Verfahren. ([pubmed.ncbi.nlm.nih.gov](https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/41375672/)) ## Der wichtige Unterschied Der kritische Punkt ist nicht nur das Instrument, sondern **wo** behandelt wird: - **bulbäre/anteriore Striktur:** deutlich weiter weg vom äußeren Schließmuskel - **membranöse Striktur oder Anastomosenstenose nahe dem Sphinkter:** technisch heikler, grundsätzlich höheres Kontinenzrisiko Das ist ein wichtiger Unterschied, weil viele Standardinformationen zu Optilume nur die bulbäre Harnröhre betreffen. Für sphinkternahe Engstellen ist die Datenlage kleiner, aber die bisher veröffentlichten Ergebnisse sind eher beruhigend als alarmierend. ([pubmed.ncbi.nlm.nih.gov](https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/41375672/)) ## Praktische Einordnung Wenn nach Optilume **neu** Urinverlust, Tropfen ohne Harndrang oder Belastungsinkontinenz auftritt, sollte das urologisch abgeklärt werden. Das beweist nicht automatisch eine Schließmuskelverletzung; möglich sind auch vorübergehende Reizung, Schleimhautschwellung, veränderte Blasenfunktion oder eine bereits vorher grenzwertige Kontinenz, die erst nach Beseitigung der Engstelle sichtbar wird. Diese Einordnung ist eine fachliche Schlussfolgerung aus der Lokalisation und den publizierten Kontinenzdaten. ([pubmed.ncbi.nlm.nih.gov](https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/41375672/)) **Kurz gesagt: Eine Schädigung des männlichen Schließmuskels ist beim Optilume-Einsatz nach heutigem Stand nicht die übliche Komplikation; bei sphinkternaher Striktur bleibt das Kontinenzrisiko aber anatomisch relevant und sollte vor dem Eingriff ausdrücklich besprochen werden.**

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