Schwächt es die Wehen oder beeinträchtigt den Geburtsverlauf, wenn die Mutter bei einer langen Geburt etwa 17 Stunden nichts gegessen hat?

Antwort vom

Ja – fehlende Energie und vor allem zu wenig Flüssigkeit **können** eine Geburt anstrengender machen und **indirekt** auch die Wehenarbeit beeinträchtigen. Viele Kliniken empfehlen deshalb in frühen bzw. unkomplizierten Phasen der Geburt kleine, leicht verdauliche Mahlzeiten und regelmäßiges Trinken, um die Energiereserven zu erhalten. ([nhs.uk](https://www.nhs.uk/conditions/pregnancy-and-baby/what-happens-during-labour-and-birth/)) Wichtig ist aber: **17 Stunden nichts essen bedeutet nicht automatisch, dass die Wehen dadurch schwach werden oder die Geburt stehen bleibt.** Der Körper hat zunächst Energiereserven. Häufiger problematisch sind Erschöpfung, Schwäche, Übelkeit, Zittern oder Dehydrierung; das kann die Gebärende belasten und den Verlauf erschweren. Wenn die orale Aufnahme nicht ausreicht, sehen Leitlinien teils Infusionen vor. ([platform.who.int](https://platform.who.int/docs/default-source/mca-documents/policy-documents/guideline/ARE-MN-32-01-GUIDELINE-2017-eng-Intrapartum-Management-of-Normal-and-Prolonged-Labour.pdf)) Kurz gesagt: - **möglich:** weniger Kraft, mehr Erschöpfung, schlechteres Durchhalten - **nicht zwingend:** direkte Abschwächung der Wehen - **besonders wichtig:** ausreichend trinken; bei langer Geburt wird das medizinisch überwacht. ([uhs.nhs.uk](https://www.uhs.nhs.uk/Media/UHS-website-2019/Patientinformation/Pregnancyandbirth/What-to-expect-in-the-early-stage-of-labour-1035-PIL.pdf)) Bei einer realen laufenden Geburt mit deutlicher Schwäche, Schwindel, Erbrechen oder kaum Flüssigkeitsaufnahme sollte das Geburtsteam das zeitnah beurteilen.

Kategorie: Medizin Tags: Geburt Wehen Nahrung