Warum wird die Gebärmutter bei einer Senkung nicht immer vollständig entfernt?

Antwort

Eine Gebärmuttersenkung (Descensus uteri) entsteht, wenn die Haltestrukturen des Beckenbodens geschwächt sind und die Gebärmutter nach unten sinkt. Die vollständige Entfernung der Gebärmutter (Hysterektomie) ist nicht immer notwendig oder die beste Lösung. Hier sind die wichtigsten Gründe: 1. **Schonendere Behandlungsmöglichkeiten:** Oft kann eine Senkung durch Beckenbodentraining, Pessare oder minimalinvasive Operationen behandelt werden, bei denen die Gebärmutter erhalten bleibt. 2. **Erhalt der natürlichen Anatomie:** Die Gebärmutter spielt eine Rolle für die Stabilität des Beckenbodens. Ihre Entfernung kann das Risiko für weitere Senkungen (z. B. der Blase oder des Darms) erhöhen. 3. **Weniger Komplikationen:** Eine vollständige Entfernung ist ein größerer Eingriff mit mehr Risiken (z. B. Blutungen, Infektionen, Verletzungen benachbarter Organe) und längerer Erholungszeit. 4. **Individuelle Faktoren:** Nicht jede Frau hat Beschwerden, die eine Entfernung rechtfertigen. Die Entscheidung hängt vom Ausmaß der Senkung, den Symptomen, dem Alter, dem Kinderwunsch und anderen gesundheitlichen Faktoren ab. 5. **Alternative Operationstechniken:** Es gibt Operationen, bei denen die Gebärmutter angehoben und fixiert wird (z. B. Sakropexie), ohne sie zu entfernen. **Fazit:** Die Gebärmutter wird bei einer Senkung nicht routinemäßig entfernt, weil es oft schonendere und funktionserhaltende Alternativen gibt. Die Entscheidung sollte immer individuell und nach ausführlicher Beratung mit einer Fachärztin oder einem Facharzt getroffen werden. Weitere Informationen findest du z. B. bei der [Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe](https://www.dggg.de/).

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