Warum geht der Druckausgleich (Nase zuhalten und pressen) morgens leichter als abends?

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Dass der Druckausgleich (Nase zuhalten und „pressen“ = Valsalva-Manöver) morgens/ vormittags leichter klappt als abends, liegt meist daran, dass die **Ohrtrompete (Eustachische Röhre)** im Tagesverlauf unterschiedlich gut „aufgeht“. Sie verbindet Nasenrachen und Mittelohr und ist sehr empfindlich für **Schleimhautschwellung**. Typische Gründe, warum es abends schwerer ist: - **Mehr Schleimhautschwellung im Nasenrachen** im Laufe des Tages (Reizung durch trockene Luft, Staub, Rauch, viel Sprechen, Infekte, Allergene). Schon geringe Schwellung verengt die Ohrtrompete. - **Allergien**: Viele haben im Tagesverlauf zunehmende Beschwerden (Allergen-Exposition tagsüber), dadurch abends mehr „zu“. - **Reflux/„stiller Reflux“**: Bei manchen reizt aufsteigende Magensäure den Rachen besonders später am Tag/abends → Schwellung am Eingang der Ohrtrompete. - **Ermüdung/geringere Muskelaktivität**: Das Öffnen der Ohrtrompete wird u. a. durch Gaumenmuskeln unterstützt (Schlucken, Gähnen). Wenn diese weniger „aktiv“ sind, klappt es subjektiv schlechter. - **Dehydrierung**: Über den Tag weniger getrunken → zähere Sekrete, „klebriger“ im Nasenrachen, funktionell schlechtere Belüftung. - **Kiefer-/Nackenanspannung** (z. B. Stress, Zähnepressen): kann das Gefühl von „Druck“ verstärken und den Druckausgleich subjektiv erschweren, auch wenn das Mittelohr nicht stark verändert ist. Wichtig: Häufiges kräftiges Pressen ist nicht ideal, weil es **sehr hohe Drücke** erzeugen kann (Risiko für Ohrschmerzen, Schwindel, im Extremfall Innenohrprobleme). Wenn das regelmäßig nötig ist oder abends wiederholt nicht klappt, steckt oft eine **tubenbelüftungsstörung** (z. B. durch Allergie, Infekt, chronische Rhinitis, Nasenscheidewand-/Muschelprobleme) dahinter. Bei anhaltenden Beschwerden, Hörminderung, Ohrenschmerz, Schwindel oder einseitigen Symptomen sollte das ärztlich (HNO) abgeklärt werden.

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