Führte die Einnahme von Contergan nur in der Frühschwangerschaft zu Missbildungen bei Neugeborenen?

Antwort

Die Einnahme von Contergan (Wirkstoff: Thalidomid) führte vor allem dann zu Missbildungen bei Neugeborenen, wenn das Medikament während der Frühschwangerschaft eingenommen wurde. Besonders kritisch war der Zeitraum zwischen dem 20. und 36. Tag nach der Befruchtung, also etwa in der 4. bis 9. Schwangerschaftswoche. In dieser Phase findet die Organentwicklung (Organogenese) des Embryos statt, und Störungen können zu schweren Fehlbildungen führen. In der Spätschwangerschaft, wenn die Organentwicklung bereits abgeschlossen ist, ist das Risiko für die typischen durch Thalidomid verursachten Fehlbildungen (z. B. Fehlbildungen der Gliedmaßen) deutlich geringer. Allerdings können auch in späteren Schwangerschaftsphasen andere Risiken für das Kind bestehen, aber die charakteristischen Missbildungen traten fast ausschließlich bei Einnahme in der Frühschwangerschaft auf. Weitere Informationen findest du z. B. beim [Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)](https://www.bfarm.de/DE/Bundesopiumstelle/Thalidomid/_node.html) oder im [Deutschen Ärzteblatt](https://www.aerzteblatt.de/archiv/11634/Contergan-Skandal-Die-Geschichte-einer-Katastrophe).

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