Die gleichzeitige Einnahme von Amisulprid (ein Antipsychotikum) und Bupropion (ein Antidepressivum) ist grundsätzlich möglich und wird in bestimmten Fällen von Psychiatern verordnet, et... [mehr]
Bupropion ist kein klassisches Stimulans, sondern ein atypisches Antidepressivum, das als Noradrenalin- und Dopamin-Wiederaufnahmehemmer wirkt. Es wird manchmal als Zusatztherapie bei Schizophrenie eingesetzt, insbesondere wenn ausgeprägte Negativsymptome (wie Antriebslosigkeit, sozialer Rückzug, Interessenverlust) und/oder eine komorbide Depression vorliegen. **Zur Behandlung der Negativsymptome bei Schizophrenie gibt es jedoch keine eindeutig „beste“ medikamentöse Lösung.** Die Negativsymptome sprechen generell schlechter auf Medikamente an als die Positivsymptome (z.B. Wahn, Halluzinationen). Die wichtigsten Ansätze sind: 1. **Atypische Antipsychotika:** Einige neuere Antipsychotika (z.B. [Cariprazin](https://www.ema.europa.eu/en/medicines/human/EPAR/reagila), [Amisulprid](https://www.fachinfo.de/pdf/011008), [Olanzapin](https://www.fachinfo.de/pdf/011007)) zeigen in Studien eine gewisse Wirksamkeit auf Negativsymptome, wobei der Effekt meist moderat ist. 2. **Bupropion:** Kann als Zusatzmedikation in Einzelfällen helfen, insbesondere bei begleitender Depression oder ausgeprägter Antriebslosigkeit. Die Evidenz ist jedoch begrenzt und Bupropion ist nicht für diese Indikation zugelassen. 3. **Andere Stimulanzien (z.B. Methylphenidat, Modafinil):** Werden gelegentlich off-label versucht, aber das Risiko einer Verschlechterung der Psychose ist erhöht. Die Datenlage ist schwach und der Einsatz umstritten. 4. **Psychosoziale Therapien:** Neben der medikamentösen Behandlung sind psychosoziale Interventionen (z.B. kognitive Verhaltenstherapie, Ergotherapie, Soziales Kompetenztraining) essenziell und oft wirksamer bei Negativsymptomen als Medikamente allein. **Fazit:** Bupropion ist nicht das „beste“ Stimulans für Negativsymptome bei Schizophrenie. Die Behandlung ist komplex und sollte individuell erfolgen, meist mit einem modernen Antipsychotikum und ergänzenden psychosozialen Maßnahmen. Eine medikamentöse Zusatztherapie (wie Bupropion) kann im Einzelfall erwogen werden, sollte aber immer sorgfältig abgewogen und überwacht werden. Weitere Informationen findest du z.B. bei der [Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN)](https://www.dgppn.de/).
Die gleichzeitige Einnahme von Amisulprid (ein Antipsychotikum) und Bupropion (ein Antidepressivum) ist grundsätzlich möglich und wird in bestimmten Fällen von Psychiatern verordnet, et... [mehr]