Gibt es Komorbiditäten zwischen artifizieller Störung nach ICD-11 und komplexer posttraumatischer Belastungsstörung?

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Ja, es gibt Komorbiditäten zwischen der artifiziellen Störung (nach ICD-11: 6D50 Factitious disorder) und der komplexen posttraumatischen Belastungsstörung (CPTBS, ICD-11: 6B41 Complex post-traumatic stress disorder). **Hintergrund:** - Die artifizielle Störung ist gekennzeichnet durch das absichtliche Vortäuschen oder Herbeiführen von Krankheitssymptomen, ohne dass ein äußerer Anreiz (wie z.B. finanzielle Vorteile) vorliegt. - Die komplexe PTBS ist eine Erweiterung der klassischen PTBS und umfasst neben den typischen Symptomen zusätzliche Störungen in der Emotionsregulation, im Selbstbild und in Beziehungen zu anderen. **Komorbidität:** - Studien und klinische Beobachtungen zeigen, dass Menschen mit artifizieller Störung häufig eine Vorgeschichte schwerer Traumatisierungen, insbesondere in der Kindheit, aufweisen. Diese Traumatisierungen können zur Entwicklung einer komplexen PTBS führen. - Die Symptome der komplexen PTBS (z.B. emotionale Instabilität, gestörtes Selbstbild, Schwierigkeiten in Beziehungen) können das Risiko für die Entwicklung einer artifiziellen Störung erhöhen. - In der Praxis werden beide Störungen nicht selten gemeinsam diagnostiziert. Die Komorbidität erschwert häufig die Diagnostik und Behandlung, da sich die Symptome überschneiden und gegenseitig verstärken können. **Fazit:** Komorbiditäten zwischen artifizieller Störung und komplexer PTBS sind möglich und in der klinischen Praxis relevant. Eine sorgfältige Diagnostik ist wichtig, um beide Störungen zu erkennen und angemessen zu behandeln. Weitere Informationen zu den Diagnosen findest du direkt bei der [WHO ICD-11](https://icd.who.int/browse11/l-m/en) und zu komplexer PTBS z.B. bei [Deutsche Gesellschaft für Psychotraumatologie](https://www.degpt.de/).

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