Welches hyperelastische Materialmodell eignet sich bei ausschließlich uniaxialen Zugversuchsdaten?

Antwort

Wenn nur Messdaten aus uniaxialen Zugversuchen vorliegen, empfiehlt es sich, ein einfaches hyperelastisches Materialmodell zu verwenden, das mit wenigen Materialparametern auskommt und speziell für die Anpassung an uniaxiale Daten geeignet ist. In der Praxis werden hierfür häufig das **Neo-Hooke**-Modell oder das **Mooney-Rivlin**-Modell (in der einfachsten Form mit zwei Parametern) verwendet. **Begründung:** - Komplexere Modelle wie Ogden oder Yeoh benötigen in der Regel Messdaten aus mehreren Belastungsarten (z. B. biaxial, planar), um die Parameter eindeutig und zuverlässig zu bestimmen. - Das Neo-Hooke- und das einfache Mooney-Rivlin-Modell können direkt und stabil aus uniaxialen Zugdaten kalibriert werden. **Empfehlung:** - **Neo-Hooke-Modell:** Für kleine bis moderate Dehnungen und wenn das Materialverhalten nicht zu stark nichtlinear ist. - **Mooney-Rivlin-Modell (2-Parameter):** Wenn das Materialverhalten stärker nichtlinear ist oder die Dehnungen größer sind. **Wichtig:** Die Gültigkeit des Modells ist dann auf den Bereich beschränkt, der durch die uniaxialen Daten abgedeckt ist. Für eine umfassende Materialbeschreibung sind zusätzliche Versuche (z. B. biaxial, Scherung) notwendig. Weitere Informationen zu den Modellen findest du z. B. bei [Wikipedia: Hyperelastisches Material](https://de.wikipedia.org/wiki/Hyperelastisches_Material).

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