Sowohl „Das Marmorbild“ von Joseph von Eichendorff (1819) als auch „Faust. Der Tragödie erster Teil“ von Johann Wolfgang von Goethe (1808) sind zentrale Werke der deutsche... [mehr]
Im Prolog von Goethes "Faust" stehen die Weltchauungen von Gott (dem Herrn) und Mephistopheles in einem spannungsgeladenen Gegensatz. 1. **Der Herr**: Er repräsentiert das Gute, die Schöpfung und die göttliche Ordnung. Seine Weltanschauung ist optimistisch und glaubt an das Potenzial des Menschen zur Selbstverwirklichung und zur Erreichung von Höherem. Er sieht in Faust einen Menschen, der trotz seiner Zweifel und inneren Konflikte nach Wahrheit und Erkenntnis strebt. Der Herr hat Vertrauen in die Menschheit und ist bereit, Faust die Möglichkeit zu geben, seinen Weg zu finden, auch wenn dies durch Versuchung geschieht. 2. **Mephistopheles**: Im Gegensatz dazu verkörpert Mephistopheles das Böse, den Zweifel und die Zynik. Seine Weltanschauung ist pessimistisch und skeptisch gegenüber den menschlichen Bestrebungen. Er sieht den Menschen als schwach und fehlbar und glaubt, dass die Suche nach Wissen und Erfüllung letztlich zu Enttäuschung und Verderben führt. Mephistopheles ist der Verführer, der Faust in die Irre führen will, um zu beweisen, dass der Mensch nicht in der Lage ist, das Gute zu wählen. Die Konfrontation dieser beiden Perspektiven spiegelt sich in der gesamten Tragödie wider und stellt zentrale Fragen über den freien Willen, die Natur des Menschen und die Suche nach Sinn und Wahrheit. Die Dynamik zwischen diesen beiden Figuren ist entscheidend für die Entwicklung der Handlung und die philosophischen Themen des Werkes.
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