Was sagt Tucholsky über das Wählen?

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**Der bekannte Satz „Wenn Wahlen etwas ändern würden, wären sie verboten“ stammt sehr wahrscheinlich nicht von Tucholsky.** Er wird ihm oft zugeschrieben, ist aber in der Zitatforschung als Fehlzuschreibung eingeordnet. ([falschzitate.blogspot.com](https://falschzitate.blogspot.com/2017/04/wenn-wahlen-etwas-anderten-waren-sie.html)) ## Was Tucholsky über Wählen tatsächlich nahelegt **Tucholsky war kein einfacher „Wählen bringt nichts“-Autor, sondern ein scharfer Kritiker des parlamentarischen Betriebs, der zugleich antidemokratische Kräfte entschieden bekämpfte.** Er verspottete Parteien, Phrasen und Machtspiele, aber nicht im Sinn eines plumpen Wahlboykotts. Das zeigt auch, dass er selbst zeitweise für die SPD Wahlkampf machte und die Feinde der Republik publizistisch angriff. ([de.wikipedia.org](https://de.wikipedia.org/wiki/Kurt_Tucholsky)) ## Der wichtige Unterschied Viele werfen heute zwei Dinge zusammen: - **Kritik an Parteien und Parlamenten** - **Ablehnung von Wahlen oder Demokratie insgesamt** Bei Tucholsky passt eher das Erste. Seine Texte zielen auf Heuchelei, Opportunismus und politische Inszenierung. Die praktische Konsequenz daraus ist nicht automatisch „nicht wählen“, sondern eher: **Wahlen allein reichen nicht, wenn das politische System inhaltlich leer läuft.** Diese Einordnung wird auch in politikwissenschaftlichen Texten zu Tucholsky so gelesen. ([ssoar.info](https://www.ssoar.info/ssoar/bitstream/document/69919/1/ssoar-2013-davy_et_al-Demokratie_morgen_Uberlegungen_aus_Wissenschaft.pdf)) ## Kurz gesagt **Über Wählen sagt Tucholsky vor allem: Der Wahlakt ist nicht dasselbe wie echte politische Selbstbestimmung.** Der oft zitierte Anti-Wahl-Spruch ist ihm aber sehr wahrscheinlich zu Unrecht zugeschrieben worden. ([falschzitate.blogspot.com](https://falschzitate.blogspot.com/2017/04/wenn-wahlen-etwas-anderten-waren-sie.html))