Ist Tolstois 'Wieviel Erde braucht der Mensch?' kitschig?

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Tolstois Erzählung „Wieviel Erde braucht der Mensch?“ gilt in der Literaturwissenschaft nicht als Kitsch. Kitsch bezeichnet meist Werke, die durch Übertreibung von Gefühlen, Vereinfachung und Oberflächlichkeit als sentimental oder geschmacklos empfunden werden. Tolstois Erzählung hingegen ist eine tiefgründige Parabel über menschliche Gier, Maßlosigkeit und die existenziellen Fragen des Lebens. Sie ist klar, schlicht und moralisch pointiert erzählt, ohne ins Sentimentale oder Übertriebene abzugleiten. Die Geschichte wird oft als Beispiel für große russische Erzählkunst und als moralische Fabel betrachtet. Sie regt zum Nachdenken an und bleibt in ihrer Aussagekraft zeitlos. Daher wird sie in der Regel nicht als Kitsch, sondern als klassische Literatur angesehen.

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