Peter Hacks war ein überzeugter Marxist und Sozialist, der sich offen zur DDR und ihren Idealen bekannte. Gleichzeitig beschäftigte er einen Diener, was auf den ersten Blick im Widerspruch zu seinem politischen Selbstverständnis zu stehen scheint, da der Marxismus die Überwindung von Klassenuntersch und Ausbeutungsverhältnissen anstrebt. Hacks selbst sah darin jedoch keinen Widerspruch. Für ihn war die Beschäftigung eines Dieners kein Ausdruck von Ausbeutung, sondern eine bewusste Inszenierung und ein ironisches Spiel mit bürgerlichen Konventionen. Hacks verstand sich als Künstler, der mit Traditionen und Rollenbildern spielte. Er betonte, dass er seinem Diener ein gutes Gehalt zahlte und ihn nicht ausbeutete. In Interviews und Schriften stellte Hacks klar, dass er die Rolle des bürgerlichen Intellektuellen bewusst überzeichnete, um die Widersprüche der Gesellschaft sichtbar zu machen. Zudem argumentierte Hacks, dass die Beschäftigung eines Dieners in einer sozialistischen Gesellschaft nicht per se auszuschließen sei, solange das Arbeitsverhältnis auf Freiwilligkeit und fairer Bezahlung beruhe. Für ihn war entscheidend, dass die gesellschaftlichen Verhältnisse insgesamt auf Gleichheit und Gerechtigkeit ausgerichtet sind. Zusammengefasst: Hacks’ politisches Selbstverständnis und die Beschäftigung eines Dieners stehen nur scheinbar im Widerspruch. Hacks verstand dies als künstlerische Provokation und als ironischen Kommentar zur Gesellschaft, nicht als Abkehr von seinen sozialistischen Überzeugungen.