Welche Kritik gibt es an Eduard Hanslicks "Vom Musikalisch Schönen"?

Antwort

Eduard Hanslicks Werk "Vom Musikalisch Schönen" hat im Laufe der Zeit verschiedene Kritikpunkte auf sich gezogen. Hier sind einige der Hauptkritikpunkte: 1. **Formalismus**: Hanslicks Betonung auf die Form und Struktur der Musik, ohne Berücksichtigung emotionaler oder programmatischer Inhalte, wurde von vielen als zu restriktiv empfunden. Kritiker argumentieren, dass Musik oft tiefere emotionale und narrative Dimensionen hat, die Hanslicks Ansatz nicht ausreichend würdigt. 2. **Subjektivität der ästhetischen Erfahrung**: Hanslicks Behauptung, dass das Schöne in der Musik objektiv und unabhängig von subjektiven Empfindungen sei, wurde als problematisch angesehen. Viele Philosophen und Musikwissenschaftler betonen, dass ästhetische Erfahrungen stark subjektiv und kulturell geprägt sind. 3. **Ignorieren von Programmmusik**: Hanslicks Ablehnung der Programmmusik, die versucht, außermusikalische Inhalte oder Geschichten zu vermitteln, wurde kritisiert. Komponisten wie Richard Wagner und Franz Liszt, die programmatische Elemente in ihre Werke einfließen ließen, widersprachen Hanslicks Ansichten. 4. **Einseitigkeit**: Einige Kritiker werfen Hanslick vor, dass seine Theorie zu einseitig auf die westliche klassische Musik des 19. Jahrhunderts fokussiert ist und andere musikalische Traditionen und Formen nicht berücksichtigt. 5. **Widersprüchlichkeit**: Es wurde auch darauf hingewiesen, dass Hanslicks eigene musikalische Vorlieben und Kritiken manchmal im Widerspruch zu seinen theoretischen Aussagen stehen. Dies könnte darauf hindeuten, dass seine Theorie nicht immer konsequent angewendet wurde. Trotz dieser Kritikpunkte hat Hanslicks Werk einen bedeutenden Einfluss auf die Musikästhetik und die Diskussion über die Natur des musikalischen Schönen gehabt.

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